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Bata, Rex und Howie - Dieter Thomas Kuhn kann sie alle

05.09.2009 | 13:18 Uhr
Ich find Schlager toll: Dieter Thomas Kuhn beim Zeltfestival Ruhr am Kemnader See. Foto: Walter Fischer
Ich find Schlager toll: Dieter Thomas Kuhn beim Zeltfestival Ruhr am Kemnader See. Foto: Walter Fischer

Bochum. Seit 15 Jahren tourt Dieter Thomas Kuhn immer wieder mit gecoverten Schlagern und seiner Kapelle durch die Lande. Donnerstagabend machte er beim Zeltfestival Ruhr Station. Eine Zeitreise durch die 70er-Jahre. Mit Schnäuzer und Schnulz.

Er trägt jetzt Schnäuzer. Er hat Glück, er kann ja alles tragen. Überhaupt hat er sich wieder sehr schick gemacht, der Dieter Thomas Kuhn. Zu seinem Auftritt im großen Zelt des Zeltfestivals am Kemnader See hat er sich in einen Anzug geworfen, für den wahrscheinlich hundert Diskokugeln ihr Leben lassen mussten. Glitzer, Glitter. Die Haare akkurat nach innen geföhnt, ein Hemd mit spitzem Kragen. Perfektes Outfit für einen schrillen Schlagerabend. „Schalala” heißt seine Tour. Wie praktisch, das können die Besucher auch mit steigendem Pegel noch stolperfrei aussprechen.

Dieter Thomas Kuhn kam mit seiner Kapelle. Foto: Walter Fischer

Seit 1994 tourt Dieter Thomas Kuhn immer wieder mit gecoverten Schlagern der 70er-Jahre und mit seiner Kapelle durch die Lande. Unterbrochen nur von einer fünfjährigen Pause zwischen 1999 und 2004. Jetzt ist er zurück, zurück im Ruhrgebiet und zurück in den 70ern. In einer Zeit voller Schnulz und voller Hossa. Es hätte wohl keinen hier gewundert, wenn plötzlich Rex Gildo um die Ecke gebogen wäre. An diesem Abend wird die Zeit zurückgedreht. Bata Illic, Howard Carpendale, Udo Jürgens oder Costa Cordalis – Dieter Thomas kann sie alle. „Fremde oder Freunde” – Howie schämt sich inzwischen fast für seine Kitschnummer. Bei Dieter Thomas Kuhn ist sie Kult. Die Zuschauer schwenken Sonnenblumen und schunkeln. Diese Faszination muss wohl etwas mit Nachholbedarf zu tun haben. Die meisten Besucher sind in einem Alter, in dem sie Fernsehklassiker wie „Disco” oder die Hitparade nur vom Hörensagen kennen.

Bunt bekleidete Männer

Bunt ist es an diesem Abend. Viele Zuschauer haben sich in Quietschetönen angezogen. Aber auch die Band des Sängers, die hier Kapelle heißt. Die Herren haben sich für so dermaßen grelle Anzüge entschieden, dass sich Altkleidercontainer wohl verschlucken würden, wenn sie damit gefüttert würden.

Oder die Frisuren. Man kann den ganzen Abend nur stehen und staunen. Viele tragen Perücken, die so haarig sind wie eine Mischung aus der Frisur von Roberto Blanco und dem Fell der Pudel von den Jacob Sisters. Dieter Thomas Kuhn selbst trägt etwas ähnlich Wildes übrigens in der Brustgegend, wie in seinem Ausschnitt zu erkennen ist. Geschmacksache.

Badetuch statt Bademantel

Dieter Thomas Kuhn, der Mann mit dem Brusthaartoupet. Foto: Walter Fischer

Jedenfalls bringt der Sänger aus Tübingen es fertig, einen Saal bzw. ein Zelt innerhalb kürzester Zeit zum Tanzen und Feiern zu bringen. Zu Liedern, von denen es nicht wenigen Besuchern bei Tageslicht wohl peinlich wäre zuzugeben, dass sie überhaupt von deren Existenz wissen. „Wir werden alle noch ein Nachtbad im See nehmen”, kündigt Dieter Thomas Kuhn an. Vielleicht taucht er bei „Fremde oder Freunde” schon mal seinen Zeh ins Wasser, denn während er so singt, verschwindet er kurz aus dem Zelt. Insgesamt schmettert er gut zwei Stunden. Zu den Zugaben kommt er nicht wie Udo Jürgens im weißen Bademantel auf die Bühne, er hängt sich stattdessen ein schlichtes Badetuch um den Hals. Bescheidenheit muss sein.

Womöglich ist es für den einen oder anderen noch eine lange Nacht geworden. Für den Sänger selbst eher nicht. Der erzählt von einsamen Stunden im Hotelbett und sagt: „Ich bin meiner Frau treu. Aber es liegt nicht an mir.”

Kirsten Simon

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Kommentare
05.09.2009
16:59
Bata, Rex und Howie - Dieter Thomas Kuhn kann sie alle
von MKVertreter | #1

Ich weiß nicht recht, was ich von D.Th Kuhn und seinem Publikum halten soll? Sind es verkappte Schlagerliebhaber, die sich tarnen (Perücke und übertriebenes Outfit), weil sie nicht zu ihrer Vorliebe stehen können (wollen)? Oder sind es Schlagergegner, für die dies alles nur reine Satire ist? Die Interpreten, die D.Th.Kuhn in seinem Programm hat, haben ihre Schlager jedenfalls immer sehr ernst genommen...

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