Das aktuelle Wetter Bochum 10°C
Urteil

Bahnkunde muss nach Wutanfall am Bochumer Hauptbahnhof Strafe zahlen

08.08.2011 | 14:17 Uhr
Bahnkunde muss nach Wutanfall am Bochumer Hauptbahnhof Strafe zahlen
Ein Eisenflechter ist wegen Nötigung zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt worden. Foto: Sergej Lepke

Bochum. Ein 43-Jähriger Eisenflechter hat aus Wut über die Verspätung der Bahn am Bochumer Hauptbahnhof einen Streit mit einem anderen Fahrgast angefangen und diesen mit einem Messer bedroht. Nun wurde der Täter zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt.

Der 43-Jährige hatte auf Gleis 3 des Bochumer Hauptbahnhofs einen anderen Fahrgast (37) mit einem aus dem Hosenbund gezückten Messer in der Hand zur Seite gedrängt. Wegen Nötigung wurde er am Montag vom Schöffengericht zu 90 Tagessätzen verurteilt.

„Für 100 Euro arbeite ich den ganzen Tag wie ein Schwein“

Der Angeklagte ist zwölfmal vorbestraft, vor allem wegen Diebstahls , aber auch wegen Bedrohung, Körperverletzung und Beleidigung. Auch am 1. August 2010 hatte er sich nicht im Griff. Sein Zug hatte so viel Verspätung, dass er ersatzweise in einen Intercity steigen wollte. Der Schaffner ließ ihn aber nicht rein, weil er kein Zusatzticket hatte. Aus Wut pfefferte er eine Getränkeflasche gegen den ICE . Die Spritzer beschmutzen die Kleidung eines anderen Fahrgastes. Dieser wollte 100 Euro Schadenersatz. So viel wollte der Zornige aber nicht bezahlen. „Für 100 Euro arbeite ich den ganzen Tag wie ein Schwein“, erklärte er jetzt auf der Anklagebank.

Es kam damals auf dem Bahnsteig zum heftigen Streit. Als der Eisenflechter in einen nachfolgenden ICE einsteigen wollte, versperrte ihm das Opfer den Weg in der Tür. Der Täter drohte: „Lass mich durch: Das ist besser für dich und mich.“ Dann klappte er ein Messer auf und ging auf den 37-Jährigen los. Dieser konnte aber ausweichen und blieb unverletzt. Die Polizei nahm den Täter damals schnell fest.

Bernd Kiesewetter



Kommentare
09.08.2011
07:44
Bahnkunde muss nach Wutanfall am Bochumer Hauptbahnhof Strafe zahlen
von Wes_Doobner | #3

Wieso kommt so ein offensichtlich gemeingefährlicher Psychopath mit einer Geldstrafe davon, obwohl er schon zwölffach teils einschlägig (Körperverletzung) vorbestraft ist?
Den Schadenersatz muss er ja wohl hoffentlich auch zahlen. Schmerzensgeld wäre auch noch angebracht.

09.08.2011
07:44
Bahnkunde muss nach Wutanfall am Bochumer Hauptbahnhof Strafe zahlen
von Evald | #2

Ich halte diese Strafe nicht für überzogen.
Was allerdings im Titel Bahnkunde aussagen soll, weiss ich nicht so richtig. Eine Verbindung zum Wutbürger ist wohl nicht beabsichtigt?
Der Täter ist evtl. auch Mitglied eines Fußballvereins, kauft bei irgendeinen Discounter ein und und trinkt ein Dortmunder Bier.
Diese möglichen Hinweise fehlen in der Schlagzeile. Ein Kunde jedenfalls verhält sich in der Regel anders.

08.08.2011
20:14
Bahnkunde muss nach Wutanfall am Bochumer Hauptbahnhof Strafe zahlen
von Bernd-Bruns | #1

Lernprozesse, wenn sie den im vorliegenden Fall überhaupt noch Aussicht auf Erfolg haben, sind halt nicht billig.

Aus dem Ressort
Die Horrorzentrale von Querenburg
Halloween
Familie Hartings verwandelt sich an Halloween in „die Schlotters“ und lädt zur Familienzusammenkunft ein. Grausige Gestalten wie Vampire, Zombies, Leichen, Geister und lebende Mumien bevölkern das Haus und bringen entsetzliche Speisen mit. Architektin im Dekofieber richtet Gruselparty detailverliebt...
In Altenbochum entsteht neues Haus der Generationen
Mehrgenerationenhaus
Die frühere Montessori-Schule in Altenbochum wird zu einem Haus der Generationen umgebaut. Vor allem für junge Familie ist dort noch – auch bezahlbarer – Platz. Nach einem Jahr Bauzeit soll an der Liebfrauenstraße neues Leben einziehen – gerne mit Kindern. Noch sind Wohnungen zu haben
Ein Tag zu spät gemeldet: Knappschaft streicht Krankengeld
Kankenkasse
Ein 58-jähriger Bochumer hat die Knappschaft verklagt. Die Kasse hat ihm gekündigt und die weitere Zahlung des Krankengeldes gestoppt. Grund: Der Riemker hat seine AU-Bescheinigung einen Tag zu spät verlängern lassen.
Gemeinsam alt werden im Ehrenfeld
Senioren
Zwei Ehrenfelderinnen, Barbara Jessel und Dagmar Bartsch, beide 59 Jahre, wollen eine Nachbarschaftshilfe im Viertel gründen. Treffen ist am nächten Mittwoch im Seniorenbüro Mitte. Barbara Jessel: „Wir wollen das Quartier für Ältere nutzen.“
Helmut Sanftenschneider serviert weitere „NachtSchnittchen“
Unterhaltung
Der Bochumer Comedian, Musiker und Moderator Helmut Sanftenschneider ist weiter auf Erfolgskurs: nicht nur weltweit auf Kreuzfahrtschiffen, sondern mit seinen „NachtSchnittchen“ auch auf immer mehr Bühnen im Ruhrgebiet.
Fotos und Videos
Mitgliederversammlung beim VfL
Bildgalerie
VfL Bochum
Messe Handmade
Video
Video