Baasner - An der Tafel ist wieder Ruhe eingekehrt

Die Tafel (hier an der Laubenstraße) versorgt wöchentlich rund 10 000 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer mit Lebensmitteln.
Die Tafel (hier an der Laubenstraße) versorgt wöchentlich rund 10 000 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer mit Lebensmitteln.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach einem WAZ-Bericht über Pöbeleien und Gewalt sei bei der Tafel wieder Ruhe eingekehrt. Das berichtet Tafel-Gründer Manfred Baasner.

Bochum.. „Der Artikel hat viel Gutes bewirkt“: Manfred Baasner sieht die Wattenscheider Tafel wieder auf einem guten Weg. Seitdem die WAZ über Missstände und Personalnot an den Ausgabestellen berichtet hat, sei „die Situation deutlich besser geworden. Wir konnten sogar neue Helferinnen und Helfer gewinnen“.

Vor zwei Wochen hatte der Tafel-Gründer im Gespräch mit der WAZ einen dramatischen personellen Aderlass beklagt. Seit Mitte 2014 seien 300 der 430 ehrenamtlichen Mitarbeiter ausgeschieden. Grund: Beleidigungen, Bedrohungen, Beschimpfungen bis hin zu Gewalt, denen die Helfer in steigendem Maße ausgesetzt seien. Es tue Baasner „sehr leid, das zu sagen. Aber es sind fast ausschließlich Aussiedler aus Südosteuropa und zunehmend auch Flüchtlinge, die sich so benehmen“.

"Die Störenfriede fühlen sich offensichtlich abgeschreckt"

Das Echo hallt bundesweit wider. Presse, Funk und Fernsehen berichten über die Probleme an der Tafel. Manfred Baasner beharrt vor Kameras und Mikrofonen auf seiner Darstellung – fühlt sich aber „zu Unrecht in die rechte Ecke gedrängt“. Wie es heißt, kursieren seine Schilderungen auf rechtsextremen Seiten im Internet. „Dagegen verwahre ich mich ausdrücklich“, so Baasner am Mittwoch im WAZ-Gespräch.

Erfreuliches habe sich derweil in den vergangen 14 Tagen bei der Tafel getan. „Die von mir angeprangerten Missstände haben aufgehört. Bei den Ausgaben geht es jetzt friedlich und ruhig zu. Flüchtlinge bieten an, selbst mitzuhelfen. Die Störenfriede fühlen sich offensichtlich abgeschreckt“, erklärt der 71-Jährige.

Deutlich weniger Ausgabestellen

Zudem sei es gelungen, 15 zusätzliche Helferinnen und Helfer zu finden. „Die meisten fühlten sich durch den WAZ-Bericht aufgerufen, uns in unserer Personalnot zu unterstützen. Dafür sind wir sehr dankbar. Wenn es sich so weiterentwickelt, stehen wir vor einer guten Zukunft.“

Die Tafel hat die Zahl ihrer Ausgabestellen in Bochum und Wattenscheid von 36 auf 20 gesenkt. Ob es mit den verbliebenen Mitarbeitern gelingt, die Verteilung auf bisherigem Niveau fortzusetzen, ist offen.