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Auswandern nach Rumänien fürs Studium

23.08.2015 | 12:00 Uhr
Auswandern nach Rumänien fürs Studium
Tristan Kollecker will in Rumänien Medizin studieren; derzeit büffelt er für die Aufnahmeprüfung.Foto: Klaus Pollkläsener

Mitte.   Tristan Kollecker macht Aufnahmeprüfung fürs Medizinstudium in Rumänien. Bis Mitte September muss er 450 Fragen zum Körper beantworten können.

Rumänische Ärzte kommen nach Deutschland, weil sie in ihrer Heimat keine Arbeit finden – der Bochumer Student Tristan Kollecker wandert bald nach Rumänien aus, um dort Medizin zu studieren. „Schon ziemlich abgefahren“, findet der 24-Jährige. Denn obwohl in Deutschland, besonders auf dem Land, Ärztemangel herrscht, ist für viele junge Leute an ein Medizinstudium kaum zu denken – selbst mit Einserabitur ist ein Studienplatz nicht sicher.

„Da gibt es ja keine andere Möglichkeit, außer ins Ausland zu gehen“, sagt Tristan Kollecker. Medizin habe ihn schon immer interessiert; da ein Studienplatz aber außerhalb seiner Möglichkeiten lag, schrieb er sich zunächst für Geschichte und Philosophie ein. Nach einigen Semestern historischer Quellenanalyse und Vorlesungen über das Verhältnis von Sprache und Denken war ihm dann doch klar: „Ich will lieber etwas Praktisches machen.“

4500 Euro Studiengebühr pro Jahr

So fasste er seinen Entschluss: ab ins Ausland – quasi als NC-Flüchtling (Numerus Clausus). Aber warum Rumänien? „Fand’ ich spannender als etwa Holland, das machen ja viele“, sagt er. „Außerdem ist es eine günstige Alternative.“

Denn obwohl er an der Victor Babes University in Timisuora pro Jahr 4500 Euro Studiengebühren zahlen muss, sind Miete und Lebenserhaltskosten in dem EU-Neuling sehr viel günstiger als hier, hat sich Tristan ausgerechnet: „Das gleicht sich locker wieder aus.“

Rückkehr ist ungewiss

Zeitaufwändiger ist da auf jeden Fall das Lernen für die Aufnahmeprüfung: Einen Katalog von 450 Fragen zum menschlichen Körper muss der Bochumer, der in der Stadtmitte wohnt, bis zur Prüfung Mitte September beherrschen – von Basisfragen zur Grundstruktur der Zelle bis zu Spezialwissen wie den Reaktionen des autonomen Nervensystems. „Das ist zwar viel, aber machbar“, sagt er optimistisch. Genau wie der Fragebogen ist auch der Unterricht, zumindest in den ersten Semestern, auf Englisch. Nach zwei Jahren muss er aber Rumänisch gelernt haben – die Sprache ähnelt dem Italienischen, hat aber auch viele Einflüsse aus slawischen Sprachen.

Hintergrund
Wartesemester bis zu sechs Jahre

Um sicher einen Platz fürs Medizinstudium zu bekommen, braucht es inzwischen mindestens eine Abi-Durchschnittsnote von 1,2 – oder man kommt über Wartesemester in den Studiengang. Das kann aber sechs Jahre dauern.

Interessierte müssen sich über die Seite hochschulstart.de bewerben, nicht bei den Unis.

Wenn’s mit der Aufnahmeprüfung klappt, geht es für Tristan Kollecker im Oktober dann nach Rumänien – ob und wann er zurückkommt, weiß er noch nicht. „Das mache ich ja auch davon abhängig, ob es mir in dem Land gefällt.“ Über das Leben in Rumänien und die Kultur des Landes weiß er bisher noch wenig. „Aber gerade deshalb möchte ich ja dahin – ich bin auf jeden Fall super gespannt.“

Dominik Lenze

Kommentare
24.08.2015
11:15
Auswandern nach Rumänien fürs Studium
von meinungsspalter | #2

„Fand’ ich spannender als etwa Holland, das machen ja viele“

Hört sich an, als sei ein Medizinstudium in Holland quasi zu ausgelutscht, Rumänien...
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Auswandern nach Rumänien fürs Studium
Auswandern nach Rumänien fürs Studium
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2015-08-23 12:00
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