Ausstellung ehrt Kuno Gonschior
25.03.2010 | 17:41 Uhr 2010-03-25T17:41:00+0100
Bochum.Der Tod von Kuno Gonschior hat die Bochumer Kunstszene schockiert. Das Kunstmuseum, dem der Künstler besonders verbunden gewesen ist, reagiert rasch und sinnvoll: Ab Freitag, 26. März, ist dort eine Gedächtnisausstellung für Kuno Gonschior zu sehen.
Zur Würdigung des in der Nacht vom 15. auf den 16. März im Alter von 74 Jahren plötzlich und unerwartet verstorbenen Bochumer Malers hat das Museum in der kleinen Schau Werke aus den eigenen Beständen und Leihgaben versammelt.
Der in Wanne-Eickel geborene Kuno Gonschior galt international als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Konkreten Kunst. Neben diversen Lehrtätigkeiten übernahm er von 1982 bis 2000 eine Professur für freie Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin.
Seit seiner Emeritierung fand Gonschior wieder in Bochum seinen Lebensmittelpunkt. Er wurde aber weiterhin - über die Grenzen von Deutschland hinaus - zu Einzel- und Gruppenausstellungen eingeladen. Auch in der aktuellen Ausstellung des Kunstmuseums „Le Rêve - 50 Jahre städtische Kunstsammlung“ ist Kuno Gonschior vertreten: zwei großformatige Fleckenbilder aus der neueren Produktion des Künstlers sind dort zu sehen. Kleine Information am Rande: Bekanntlich waren Bochumer Bürger dazu aufgerufen, zu 50 Meisterwerken, die derzeit im Museum zu sehen sind, einen Kommentar abzugeben, Überlegungen anzustellen, nachzugrübeln. Diese 50 Nachdenklichkeiten sind in der Festschrift zum Goldjubiläum abgedruckt. Mit den beiden Gonschior-Bildern in der Ausstellung hat sich keine Geringere als Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz befasst. Noch in guter Erinnerung ist die Einzelausstellung aus dem Jahre 2002 im Kunstmuseum: Dort verwirklichte Gonschior erstmals nach 25 Jahren wieder einen auf die Wand gemalten „Farbraum“.
Der Freundes- und Bekanntenkreis von Kuno Gonschior war groß: Wann immer sich die Kunstszene im Museum traf, Kuno Gonschior war dabei, plaudernd, verschmitzt lächelnd, sympathisch. So war es naheliegend, nach seinem Tod im Museum ein Treffen mit Freunden und Wegbegleitern zu arrangieren, dem sich nun die kleine Ausstellung anschließt.
Ausgehend von den Konzepten der Op Art und der Konkreten Kunst hat Gonschior seit Ende der 50er Jahre bis in die Gegenwart die für ihn charakteristische Form der „Fleckenbilder“ zu immer neuen ästhetischen Experimenten weiter entwickelt. Er arbeitete zumeist in Serie und an mehreren Bildern gleichzeitig. Gegenstand seiner Untersuchung war die Farbe in ihrer sinnlichen Wirkung und in ihrem Bezug zu Licht und Raum. Die Ausstellung gibt an ausgewählten Beispielen Einblick in diesen konsequent vorangetriebenen Schaffensprozess.
Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 11. April.
Das Foto zeigt Kuno Gonschior am 20. Februar 2009 in Witten vor dem Acryl mit Gel „Sternenhimmel“.

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