Ausschuss gibt grünes Licht für neues Musikhaus
22.02.2012 | 16:55 Uhr 2012-02-22T16:55:00+0100
Bochum.In einer Sondersitzung haben der Wirtschafts- und der Kulturausschuss die Auslobung eines Architektenwettbewerbs zum Bau des Musikzentrums im Viktoriaquartier mehrheitlich beschlossen.
Annähernd zwei Stunden debattierten die Lokalpolitiker über das Musikhaus. Dabei kamen auch immer wieder grundsätzliche Fragen zu dem nicht unumstrittenen Projekt zur Sprache - obwohl es eigentlich „nur“ um einen vorbereitenden Beschluss für den Rat ging, die Auslobung des Realisierungswettbewerbs, sprich: den Architektenwettbewerb auf den Weg zu bringen.
Das geschah am Ende auch: Der von der Verwaltung vorgelegte Marschplan , der bis zum 22. Mai eine Entscheidung über den Wettbewerbssieger bringen soll, wurde mehrlich von SPD, CDU und Grünen beschlossen - ergänzt um einen von der SPD/Grünen vorgelegten Änderungsantrag, der u.a. vorsieht, im Investitionskostenrahmen von 33,2 Mio Euro auch Verwaltungsräume für die Bochumer Symphoniker zu berücksichtigen. Und: die alten Platanen vor der Marienkirche möglichst zu erhalten.
Der Zeitplan für das Musikhaus steht fest
Mit dem Beschluss, der am 1. März im Rat bestätigt werden soll, steht folgender Zeitplan fest: 4. Mai: Abgabe der Wettbewerbsleistungen, 11. Mai: Abgabe des Modells, 7. Mai: Vorprüfung durch die Jury, 22. Mai: Preisgericht, Juli bis November: Entwurfs- und Genehmigungsplanung, ab November: Erarbeitung/Ausführungsplanung. Angepeilter Baubeginn nach Abschluss all dieser baurechtlichen Formalitäten: Frühjahr 2013.
SPD, CDU und Grüne bekräftigten außerhalb der konkreten Diskussion um den Wettbewerb noch einmal deutlich ihren Willen, das Musikzentrum bauen zu wollen.
"Wir haben eine Verantwortung"
Die Diskussionsbeiträge von Dieter Fleskes (SPD), Wolfgang Cordes (Grüne) und Roland Mitschke (CDU) stimmten fast wörtlich überein: Man wolle die Chance nicht vor-übergehen lassen, für einen vergleichsweise kleinen städtischen Beitrag (2,4 von 33,2 Mio) sich a) eine Spielstätte für die Symphoniker, b) einen Multifunktionssaal in der Innenstadt, c) den Erhalt der Marienkirche und d) mit dem Musikhaus den „Ankerplatz“ für die Entwicklung des Viktoriaquartiers zu sichern. „Wir haben eine Verantwortung, das zu fördern, weil es der Stadt dient!“, stellte Fleskes klar.
Ebenso deutlich waren die Beiträge von Uwe Vorberg (Die Linke) und Günter Gleising (Soziale Liste) - deren Fraktionen lehnen das Projekt ab, „weil Bochum es sich schlicht und einfach nicht leisten kann“, so Vorberg.

16:07
Ich dachte immer Sie sind WATTENSCHEIDER HERR FLESKES ? Seid Monaten ist das Lehrschwimmbecken und seid Tagen die Turnhalle Berlienerstr . für Sportler und Schüler gespert. Kein Geld für Instandhaltung ,aber MUSIKBUDE UND SICH ABFEIERN LASSEN
14:21
#10 : Nein man möchte nur in schicken kleinen Schwarzen mal am Eingang im
Blitzlichtgewitter stehen :-)))
Wer trägt eigentlich die Instandsetzungskosten für die unter den Bulewar
gelegte Straßenbahn, beispielsweise ist fast jeden Tag eine der Rolltreppen kaputt.
Aber Hauptsache, man konnte zur Einweihung einmal an der Kurbel der
Straßenbahn drehen, gell Ottilein...
14:14
Besonders schlimm finde ich die Jasagerei der so genannten Opposition, also der CDU. Wen sollen wir Bürger denn wählen um diesen Unsinn bei der nächsten Wahl ein Ende zu bereiten wenn selbst die Opposition ihre Aufgabe nicht wahrnimmt und lieber einigen Lobbyisten gefällt statt der regierenden SPD auch mal die Stirn zu zeigen. Traurig und völlig unverständlich, da wundert man sich über gar nicht mehr. So kann man die Wähler auch den extremen Parteien zutreiben wenn man sich seiner Verantwortung so entzieht wie die CDU in Bochum.
Die Piratenpartei spricht sich gegen das Musikzentrum aus. Transparenz, Gleichberechtigung tun Not in dieser Stadt.
Dieses Projekt wird vor der Nase der Bürger und gegen den Willen eines großen Bevölkerungsanteils durchgepeitscht. Die Bürger sollten entscheiden, ob sie für oder gegen das Projekt sind.
Das ist das Bochumer Stuttgart 21!!!
11:55
In Zeiten der Überschuldung in denen es angedacht wird Notunterkünfte für Obdachlose (Wattenscheid) zu schliessen und die Brunnen der Stadt für ein paar Jahre abzustellen, ist der Bau des Musikzentrums unverantwortlich - zumal die Fördergelder an die ÜBERNAHME der Jahrhunderthalle durch die Stadt Bochum gebunden sind!
10:09
"obwohl es eigentlich „nur“ um einen vorbereitenden Beschluss für den Rat ging, die Auslobung des Realisierungswettbewerbs, sprich: den Architektenwettbewerb auf den Weg zu bringen."
Ist eigentlich klar, dass dieser Wettbewerb - und es ist ja nicht der Erste, für Herrn Towns End der fünfte - auch wieder Geld kostet?
09:00
@6: Herr Steude, Sie wissen doch, dass man nicht rechnen möchte.^^
07:13
Wer in Zukunft noch eine der im Artikel genannten Parteien wäghlt, die offenbar weder rechnen können, noch altersbedingt nachhaltig in die Zukunft schauen ist selber schuld. Bei Betrachtung des derzeitigen Schuldenhaushalts ist die Schaffung zusätzlicher finanzieller Altlasten gegenüber der heranwachsenden Generation unverantwortlich.
07:12
Unglaublich diese Entscheidung. Es ist eine Unverschämtheit wie dieser Rat mit dem Geld der Bürger umgeht. Unsere Kinder müssen Kilometer in Kaufnehmen um zur Grundschule zu kommen und dann werden Millionen verschleudert für einen solchen Unsinn.
Bewegung ist gut für Kinder. Allerdings ist das ganze furchtbar ungerecht: Den Kindern, die sich nicht wehren können, wird etwas weggenommen und den anderen, den kulturinteressierten Erwachsenen, die im Ruhrgebiet bereits jetzt drei Konzerthäuser zur Auswahl haben, wird etwas gegeben.
21:32
Möge das Werk gelingen.
20:08
Und jetzt die Risiken:
Musikzentrum kostet 10% mehr: Schuldenlast +3,3 Mio., Zinslast: +115.500 EUR/Jahr, Abschreibungen +66.000 EUR/Jahr
Musikzentrum kostet 20% mehr: Schuldenlast +6,6 Mio., Zinslast: +231.000 EUR/Jahr, Abschreibungen +132.000 EUR/Jahr
Die angesetzten Betriebskosten Musikzentrum steigen jedes Jahr um 1%: +65.000 EUR/Jahr (in 10 Jahren) Musikzentrum, + 120.000 EUR/Jahr Jahrhunderthalle
Die Budgets von Bochumer Symphoniker, der Musikschule und Kulturbüro reichen nicht aus, um die laufenden Personalkosten für Geschäftsführung, Betriebsbüro, Saalmanagement, Haustechnik, Einlass- und Kassenpersonal, Ticketing und Öffentlichkeitsarbeit zu decken.
Bei einer Kostensteigerung von +10%, zusätzliche Kosten: + 66.000 EUR/Jahr Musikzentrum + 120.000 EUR/Jahr Jahrhunderthalle.
Realistisch liegen die Ausgaben für beide Objekte zusammen damit wohl eher bei 5 Mio EUR/Jahr, langfristig ggf. sogar noch deutlich darüber.
Ratsherr/frau sollte nur werden der rechnen kann!