Aufbruchstimmung auf dem Campus der Ruhr-Uni
28.10.2009 | 17:17 Uhr 2009-10-28T17:17:00+0100
Bochum. Der Umbau und die Sanierung der Ruhr-Universität sind eine Jahrhundertaufgabe. Bis in die 2020er Jahre wird es dauern, um den aus den 1960er Jahren stammende Gebäudekomplex baulich zukunftsfähig zu machen. Von über eine Milliarde Euro Gesamtkosten gehen die Hochrechnungen aus.
Bereits 2003 hatte die Ruhr-Uni mit dem landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb BLB als Besitzer der Immobilie einen Hochschulstandort-Entwicklungsplan erarbeitet. Darin sind die anstehenden Aufgaben für den RUB-Kolosses beschrieben – Stichwort: Abbau des unverkennbar gewordenen Sanierungsbedarfs der Altbauten. Einher mit der Ausbesserung der Gebäude geht die Absicht, auch den geänderten baurechtlichen und aktuellen energetischen Anforderungen Rechnung zu tragen. Und dazu der guten, alten Ruhr-Uni ein verändertes Aussehen zu verpassen.
Zentralachse zum Audimax
Zu letzterem gehört u.a. die Umgestaltung des „Herzens” des Massiv-Baukörpers, der angelegte Zentralachse vom Uni-Center bis zum Audimax. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb hat in Kooperation mit der RUB und der Stadt Bochum einen städtebaulich-freiraumplanerischen Ideenwettbewerb ausgelobt. Damit will man Anregungen erhalten für ein, wie es im PlanerJargon heißt, „innovatives Zukunftskonzept zur Ausgestaltung der Magistrale”.
Zweitägige Begutachtung
Die Jury unter Vorsitz des Städtebau-Experten Prof. Carl Fingerhuth (Zürich) entschied sich dieser Tage nach zweitägiger Begutachtung für drei Entwürfe, die nun weiter ausgearbeitet und im Januar 2010 erneut zur Bewertung vorgelegt werden. Drei Arbeitsgemeinschaften von Architekten und Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf, Bonn, Köln und Stuttgart überzeugten mit ihren Entwürfen, sie erhalten jeweils 30 000 Euro. Darüber hinaus vergab die Jury drei Anerkennungspreise in Höhe von je 10 000 Euro.
14 Teams machten mit
„Menschlich, weltoffen, leistungsstark” – unter dem Leitbildmotto der Ruhr-Uni stand auch der Architekten-Wettbewerb. 14 Teams von Architekten und Freiraumplanern nahmen teil und entwickelten ihre städtebaulichen Ideen zur gestalterischen und funktionalen Neuordnung der Magistrale, die den Campus erschließt. Zentrale Gebäude der Achse sind die Uni-Bibliothek, die RUB-Verwaltung, das Studierendenhaus, das Musisches Zentrum, das Hörsaal- und Seminarraumzentrum, der Audimax und Mensa.
Erste Ergebnisse liegen vor
„Alle drei prämierten Arbeiten sind eigenständige Lösungsvorschläge, die bei einer Umsetzung jeweils eine deutliche Veränderung der baulichen und funktionalen Situation auf der Zentralachse mit sich bringen würden”, zeigt sich das RUB-Rektorat zufrieden mit den ersten Ergebnissen.
Realsierung erst nach 2015
Wann und in welcher Form die bauliche Umsetzung der jetzt vorgelegten Planung erfolgt, steht dahin. Zwar hat das Land grundsätzlich seine Zustimmung zur Generalsanierung der RUB gegeben und im. September 2009 bereits 290 Millionen Euro freigegeben; allerdings muss jede weitere Bau-Tranche extra bewilligt und finanziert werden. Die Realisierung des Umbaus der Zentralachse wird nach den jetztigen Überlegungen daher erst nach 2015 erfolgen.
Ausstellung im Audimax
Die 14 Wettbewerbsbeiträge zum Umbau der RUB-Zentralachse werden zurzeit im Foyer des Audimax präsentiert. Sie sind dort bis zum 6. November zu sehen (Öffnungszeiten: Mo, Di, Mi, Fr 9.30-16.30 h, Do 9-18.30 h, Sa geschlossen, So 10.30-15 h).

16:51
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18:05
ich studiere auch an der rub...die begehbaren dächer, die brücken mit treppen und die hanglage der g und n reihe ist doch der reine architektur pfusch und man fragt sich wirklich, was man sich damals nur gedacht hat...wahrscheinlich waren es auch damals schon die schreibtischtäter, die sich von bunten holzbudenmodellen haben blenden lassen und nicht die wartungskosten bedacht haben...mit dem vielen asbest ist natürlich pech...
die hörsääle sind zum größten teil mit so wenig weitsinn gebaut wurden, dass man nie nachträglich fenster einbauen kann usw.
im grunde ist die uni genau das, wofür sie gebaut wurde...eine billiguni mit teilweisen möchtegern bauhausstil und jeder menge baupfusch...
egal was man macht, es wird immer so bleiben, weil man nicht anfangen wird, teile der uni abzureißen und ein wenig modernes glas und granit, wird nicht viel ändern...
05:07
ich denke, daß kriterium häßlich oder nicht kann in der diskussion um die erhaltung des baulichen erbes in einem baukulturellen sinne keine rolle spielen; es ist ein subjektives kriterium, welches durch die persönlichen vorlieben und vorkenntnisse der architektur- und ästhetikgeschichte determiniert wird, und es ist sehr zeitabhängig...
dass wir heute mehrheitlich die kühne, strukturalistische und materialehrliche architektur der 60er jahre als häßlich bewerten, sagt eher mehr über das herrschende restaurative kulturelle klima (siehe rekoprojekte wie berliner stadtschloß u.a.) und somit über uns aus als über die architektur der 60er jahre, die ja eben zeugnis davon gibt, daß auch diese gesellschaft einmal anders war...
18:10
Sind hier eigentlich alle bescheuert !
Die Bauten wurden zwischen 1965 und 1974 errichtet .
Die Gesamtkosten werden natürlich nicht eine Milliarde Euro betragen sondern über zwei Milliarden . Wenn nicht sogar drei .
Für 44 bis 35 Jahre alte Gebäude .
Man sollte die damals Verantwortlichen für diesen Schrott zur Verantwortung ziehen was natürlich niemals passieren wird !
16:59
@brutalist:
Nicht mangelnde Instandsetzung ? Teilweise schauen die Stahlstreben schon aus dem Beton heraus (z.B. Wände HZO Richtung Platz vor Audimax) und die überall zu sehenden Stalagtiten und ihre Gegenstücke sagen das Übriges zum verwendeten Baumaterial, bzw. der Wasserabdichtung von diesem aus. Instandsetzung findet ja bereits permanent statt, trotzdem hat man das Gefühl der Zahn der Zeit nagt schneller an den morschen Knochen.
Wenn es ein Monument ist, dann ein recht häßliches - muss es vielleicht auch geben, wenngleich der gleiche Baustil auch in Heidelberg zu besichtigen ist (da stehen ein paar einzelne dieser Schiffchen einsam in der Gegend herum).
14:04
@brutalist:
Ich bezweifle, dass es unter den Angestelten und Studierenden viele gibt, die Ihre Meinung teilen. Es mag sein, dass man sich beim Bau der Uni damals einiges gedacht hat, aber das ändert nichts daran, dass die Gebäude heutzutage als fürchterlich hässlich empfunden werden. Dementsprechend finde ich einige Veränderungen mehr als angebracht, auch wenn man sich statt um die Zentralachse erst einmal um einige problematischere Bereiche kümmern sollte.
13:09
@micha6270:
die rub ist eben nicht nur eine ansammlung von gebäuden, in denen der lehrbetrieb absolute priorität haben soll, sondern sie ist das wichtigste zeugnis des aufbruchs und des optimismus der 60er jahre im ganzen ruhrgebiet...
man muß doch mal den ewigen populistischen diskurs selbstmorduni, grauer beton etc. hinter sich lassen und sehen, was für ein grandioses monument das ist...
vieles von dem, was du aufgezählt hast sind eher die folgen von mangelnder instandhaltung, und das ließe sich auch ändern ohne praktisch alle charakteristischen bauten der rub mal eben zu opfern.
und an welcher uni sind mensen und cafeten zwischen den vorlesungen nicht überfüllt?
10:40
Wieso Parkplätze? Alle Studierenden haben ein NRW-Ticket und können mit der U-Bahn fahren.
08:54
Vandalismus? Wie bitte? Denkmalschutz ist ja schön und gut - aber in erster Linie ist die Bochumer Uni eine Universität, in der der Lehrbetrieb Priorität haben sollte.
Ich denke mit Schrecken an meine dortige Zeit zurück: Um vom Seminarraum in der achten Ebene in die Bibliothek in der achten Ebene zu kommen, musste man einen Umweg über die sechste Ebene machen - Mensa und Cafeten waren unbenutzbar, weil sie für den Ansturm zwischen den Vorlesungen einfach völlig unpassend eingerichtet waren - es war immer ein Glücksspiel, in welche Richtung man am besten laufen sollte, um zu einem funktionierenden Klo zu kommen - die berüchtigen Steinplatten zwischen U-Bahnstation und Uni haben einen endgültig aus dem Schlaf gerissen, wenn sie unter einem mal wieder fast auseinanderbrachen - scheinbar endlose, tageslichtlose und stark renovierungsbedürftige Gänge - nahezu unbenutzbare Seminarräume, weil ein Großteil der fest installieren Klappstühle kaputt waren - und und und...