Gewalt
Auf Fan-Turnier wurde auch "Trinkpokal" ausgelobt
06.01.2010 | 12:25 Uhr 2010-01-06T12:25:00+0100Bochum. Im Prozess wegen eines Gewaltexzesses bei einem Fan-Turnier in Wattenscheid haben die vier Angeklagten (20 bis 29) am Mittwoch im Grunde Geständnisse abgelegt.
„Ich habe eine Dummheit gemacht. Kann ich nicht mehr rückgängig machen.” - „Ich schäme mich.” - „Es war ein dämliches kindisches Verhalten, mich überhaupt zu beteiligen.” .- „Ich habe ihm auf den Kopf gehauen...”
Solche kleinlauten Geständnisse wie diese gaben am Mittwoch vor dem Landgericht vier Fans (20 bis 29) von Wattenscheid 09 ab, die wegen eines Gewaltexzesses bei einem Fußball-Fan-Turnier angeklagt sind. Wie berichtet, spielten sind bei dem Turnier am 13. Juni 2009 alle in einer Mannchaft. Direkt nach dem Turnier sollen sie den Trainer (28) einer anderen, der Sieger-Mannschaft gnadenlos zusammengetreten und zusammengeschlagen haben. Wegen schwerer Lungenverletzungen schwebte er in Lebensgefahr. Bis heute hat er massive Beschwerden.
Tatmotiv: Angeblich zu gute Spieler eingesetzt
Am zweiten Prozesstag vor der 3. Strafkammer nannten die Angeklagten auch ein Tatmotiv. Obwohl ein reines Fan-Turnier, habe das Sieger-Team auch Spieler eingesetzt, die gar keine Fans gewesen seien, sondern Vereinsspieler - und somit viel zu gut.
Weiter wurde bekannt, dass das Turnier ein heftiges Trinkgelage war. Es wurde ein „Trinkpokal” ausgelobt für die Mannschaft, die am meisten Alkohol schluckt - schon während des Turniers. Ein Angeklagter gab zu: „Wir haben sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir das gewinnen.” Aber sie hätten so erfolglos gespielt, dass man schnell seine Grenzen erfahren hätte. Statt spielerisches Mutes hat der Alkohol nur die Gewaltbereitschaft der vier Hobby-Kicker gefördert. Strafrechtlich sind alle nur geringfügig vorbelastet. Zum Ausloben des „Trinkpokals” auf Fanclub-Turnieren hieß es auf der Anklagebank: „Das ist gang und gäbe.”
"Getreten, als wenn man eine Cola-Dose kleinmacht"
Das Opfer, ein Möbelpacker, ist im Prozess Nebenkläger. Er geht auch zivilrechtliche gegen die Angeklagten vor - Schmerzensgeld und Schadensersatz. Er sagte einmal: „Es wurde so auf mich getreten, als wenn man eine Cola-Dose kleinmacht.”
Der Prozess wird fortgesetzt.
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