Auf der Suche nach den Weltmeisterinnen von morgen
22.12.2009 | 20:10 Uhr 2009-12-22T20:10:00+0100
Bochum. An 28 Bochumer Grund- und Förderschulen werden derzeit talentierte Fußballmädchen gesucht. Das Projekt wird von der FIFA, dem Land NRW und der Stadt Bochum unterstützt. Ziel ist es, die Kinder in NRW in Bewegung zu bringen und dabei Nachwuchstalente zu fördern.
2011 kommt die Fußball-WM der Frauen auch nach Bochum. Dafür werden sich diese Mädchen wohl nicht mehr empfehlen können. Aber es gibt ja danach weitere Weltmeisterschaften und dafür kommen womöglich einige junge Bochumerinnen in Frage, deren Talent nur darauf wartet entdeckt zu werden. Schon bald könnte es so weit sein. Seit Anfang des Monats läuft ein Talentprojekt, das von FIFA, dem Land NRW und der Stadt Bochum unterstützt wird. 28 Bochumer Grund- und Förderschulen machen mit, an diesen Schulen werden talentierte Fußballmädchen gesucht.
Minister Wolf besucht die Peter-Petersen-Schule
Am Dienstag ist die erste Stufe der Talentsuche zu Ende gegangen. Den ganzen Dezember lang ging es darum, an den Schulen Reklame für das Projekt zu machen. Dazu wurden in den Pausen Luftballons Richtung Himmel geschickt und vieles hat sich um den Fußball gedreht. So soll es bleiben. NRW-Innen- und Sportminister Dr. Ingo Wolf hat gestern gemeinsam mit der Bochumer Nationalspielerin und Weltmeisterin Annike Krahn und mit Dariusz Wosz vom VfL Bochum die Peter-Petersen-Schule in Gerthe besucht und dabei gesagt: „Das Land NRW will die Kinder in Bewegung bringen.”
Auch hier wurden anschließend Luftballons auf den Weg geschickt, um die Nachricht, dass Bochum am Ball ist, ins ganze Land zu verschicken. Im Januar beginnt dann die zweite von drei Stufen der Talentsichtung: Vertreter von neun Bochumer Sportvereinen besuchen die Schulen, um Fußballnachwuchs zu entdecken. Stufe drei ist dann ein gezieltes Training für die Mädchen ab Februar.
"Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle"
„Die Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle”, sagt Klaus Retsch, Leiter des Sportamts. Die Frauen-WM im eigenen Land im Jahr 2011 sei sicherlich der Aufhänger der Talentförderung. Gedacht werde aber weiter, an langfristigen Spaß am Sport nämlich und an die Zukunft der Frauenfußballs nach 2011.
Bei der dürfte sicherlich auch Annike Krahn ein Wörtchen mitreden. Sie ist nicht nur Bochums beste Fußballerin, sie gehört auch zur Fußball-Elite in Deutschland, ja, seit ihrem WM-Titel sogar weltweit. Und eine sehr sympathische Spielerin ist sie noch dazu. Sie macht sich Gedanken um Fußballdeutschland und bringt die Kinder gerne in Bewegung. Gemeinsam mit dem ehemaligen Nationalspieler des VfL Bochum Dariusz Wosz unterstützt sie die Talentsichtung. Gestern haben die beiden Fußballexperten an der Peter-Petersen-Schule ein Torwandschießen für die Förderschülerinnen betreut – und dabei unter anderem die achtjährige Adriana entdeckt, die mal eben zwei von drei Schüssen locker im Loch der Torwand versenkt hat. Dafür gab's Applaus.
„Wir sind eine sportlich ausgerichtete Schule”, sagte Schulleiter Karl-Heinz Schermer. Wer weiß, vielleicht wird der Schulleiter bei der Frauen-WM im Jahr 2023 vor dem Fernseher sitzen und wieder applaudieren. Weil seine ehemalige Schülerin Deutschland zum Titel geschossen hat.

11:30
Wenn man sich den Alkohol- und Nikotinkonsum am Rande von Fußballplätzen der Vereine so ansieht, dann sollten Eltern ihre Kinder besser für andere Sportarten motivieren.
19:46
Wieder ein Bochumer Unsinn!
Wie wäre es, wenn Herr Retsch zunächst den Kunstrasen-Fußballplatz am VFL-Stadion offen läßt, dann könnten Kinder und Jugendliche sich dort mit dem Ball bewegen!