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Auch die "Gräfin" füttert Fleisch

05.08.2009 | 18:30 Uhr

„Archi” war der erste Mönchsgeier, der 1993 im Bochumer Tierpark nachgezüchtet wurde. Zusammen mit seiner vier Jahre jüngeren Partnerin „Gräfin” zog er im vergangenen Jahr im hoch gelegenen Horst - im so genannten Geierturm - erfolgreich ein erstes Jungtier groß.

Offenbar versteht sich das Mönchsgeierpaar Archi und Gräfin so gut, dass es in diesem Jahr erneut erfolgreich brütete und nun ein inzwischen zwei Monate altes Küken aufzieht, das am 6. Mai geschlüpft war. Während im letzten Jahr die Aufzucht fast vollständig vom Vater übernommen worden war, beteiligt sich in diesem Jahr auch verstärkt die Mutter an der Jungenaufzucht.

Beide Eltern füttern das Jungtier mit Fleischbröckchen, so dass es schnell wächst. In Kürze wird es die Größe seiner Eltern erreicht haben.

Das Geiermädchen „Frances” wurde im September 2008 im Rahmen eines Auswilderungsprogramms erfolgreich in den südfranzösischen Alpen ausgewildert. Der Bochumer Tierpark fördert mit der Teilnahme an diesem Wiederauswilderungsprojekt einer in vielen Gebieten Europas ausgerotteten, sehr seltenen Greifvogelart ein Naturschutzprojekt, das der Erhaltung der Vielfalt der Tierwelt zugute kommt. Es handelt sich um ein gemeinnütziges Projekt, aus dem die Teilnehmer - Tierpark Bochum und Auswilderungsorganisation - keinerlei finanziellen Nutzen ziehen.

Der Mönchsgeier (Aegypius monachus), auch Kuttengeier genannt, ist eine der größten europäischen Greifvogelarten. Das Gefieder ist schwarzbraun, nur die Flaumfedern auf dem Kopf und die breite Halskrause sind hellbraun. Der Mönchsgeier ist sehr streng geschützt und in vielen Gebieten bereits ausgerottet.

Heute lebt diese beeindruckende Geierart in Restbeständen auf der Iberischen Halbinsel, Marokko, Südeuropa, Kleinasien bis Mongolei und Westchina.

Die ausdauernden Segelflieger leben oft in kleineren Kolonien und nisten auf Felsen oder größeren Bäumen. Ihre Nahrung besteht aus Knochenfleisch, Aas, seltener auch kleinen Wirbeltieren, die selbst erbeutet werden.

Mönchsgeier haben den höchsten Schutzstatus. Wegen des hohen Schutzstatus dieser Greifvögel wurde ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm ins Leben gerufen, kurz EEP genannt. Diese programme gibt es für viele vom Aussterben bedrohte Arten. Dabei wird ein Zuchtbuch geführt, um die in Menschenhand gehaltenen Tiere optimal für Zuchtgruppen oder Paare zusammenzustellen. So wird z.B. vermieden, dass nahe miteinander verwandte Tiere zur Zucht genutzt werden oder Tiere ohne Partner leben.

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