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Auch das Publikum wirkt unbeschwert

06.04.2008 | 20:21 Uhr

Ausnahmepianist Ludger Maxsein gastiert bei Thürmer Zum Schluss wird der Saal von tosendem Applaus erfüllt

Die Liebe zu Tasten und Tönen brachte Liebhaber der Klaviermusik des 19. Jahrhunderts im Thürmer-Saal zusammen, und zahlreich waren sie zum Konzert des Ausnahme-Pianisten Ludger Maxsein erschienen. Nicht ohne Grund! Denn der Klaviervirtuose erregte schon mit acht Jahren großes Aufsehen als Wunderkind und wurde schließlich mit vierzehn Jahren zum Jungstudenten unter namhafter Leitung von Rudolf Hindemith. Das Programm des Abends "Sonata quasi una Fantasia" präsentierte eine interessante Auswahl an Stücken, denn die dargebotenen Werke waren nicht nur musikalisch und thematisch verknüpft, sie zeigten durch ihre Widmungen die gegenseitige Anerkennung der Komponisten untereinander.

Gleich beim ersten Anschlag des voluminösen Konzertflügels breitete sich eine asketische Ruhe und Konzentration im Zuschauerraum aus, bei der man fast die Schwingungen eines jeden Tons spüren konnte. Die Klaviersonate op. 27. Nr. 1. von Beethoven eröffnete den Abend und bot einen erfrischenden Einstieg in das Programm. Die Leichtigkeit der Läufe, verspielter Melodien und pathetischer Phrasen war im gesamten Stück präsent. Aber auch beim Publikum war eine Unbeschwertheit augenscheinlich, die sich in den verträumten Gesichtern der Anwesenden widerspiegelte.

Bei Schumanns Fantasie in C-Dur wurde die Stimmung etwas bedrückender und manche Zuschauer zog die Interpretation des Stückes besonders in den Bann. Die Überschrift des ersten Satzes "Durchaus phantastisch und leidenschaftlich vorzutragen" konnte im gesamten Werk durch Maxseins Spiel vernommen werden. Dieses baute sich wie ein Sturm auf, der am Ende klangliche Moll-Überbleibsel mit dissonanten Tönen stehen ließ, wobei der Klang des Flügels in der wunderbaren Akustik des Thürmer-Saals bestens zur Geltung kam.

Die h-Moll Sonate von Liszt gilt als das Meisterwerk des ungarischen Komponisten und verlangt vom Interpreten größtes technisches Können. Maxsein wurde diesem Anspruch mehr als gerecht und führte das Werk auf, als ob es Liszt persönlich dargeboten hätte.

Bei den düster klingenden und chromatisch ausgeschmückten Läufen bemerkte man die knisternde Anspannung im Publikum, während der Pianist ganz gelassen in die Musik vertieft war. Die fugenartige Reprise steigerte Maxsein zu einer Flut von Tönen, die den Saal zum Erbeben brachte, um schließlich im anfänglichen Oktavmotiv in ruhigem Spiel das Werk ausklingen zu lassen.

Nach dem letzten Ton zeigte sich das Publikum begeistert. Einige standen in der Traumwelt des Werkes wortlos und zu Tränen gerührt auf, während der Saal von Bravorufen und tosendem Beifall erfüllt wurde.

Von Christian Dabrowski

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