Astra-Zuschlag würde Opel Bochum ab 2016 retten
16.11.2011 | 07:50 Uhr 2011-11-16T07:50:00+0100
Bochum. Das Bochumer Opelwerk ist intern ernsthafter Mitbewerber um die Produktion des neuen Astra, der ab 2016 auf den Markt kommen soll, wie die WAZ erfuhr. Er könnte den Standort bis über 2020 sichern.
Woche für Woche wird die Produktion des neuen Zafira Tourer im Bochumer Opelwerk hochgefahren, doch gleichzeitig wird bei Opel bereits die Zukunft der nächsten Jahre geplant. Läuft alles glatt, dann wird der hiesige Standort ab 2016 den dann neuesten Astra produzieren können.
Schon im Frühjahr 2012 könnten dazu die Entscheidungen fallen, welches Opelwerk in Europa den Astra bauen darf. Es werde „keine Entscheidung gegen Bochum geben“, hatte Produktionsvorstand Reinald jüngst in kleiner Runde zugesichert, wie Rainer Einenkel, Betriebsratschef von Opel Bochum, bestätigte. Der Standort sei als ernsthafter Mitbewerber akzeptiert.
Die Chance, dass das Bochumer Opelwerk ab 2016 den neuen Astra bauen kann, würde den Standort nachhaltig sichern - über 2020 hinaus. Andernfalls sähe es mau aus, sagt Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel: „Sonst werden wir ab 2014/15 ein gewaltiges Problem bekommen“.
Aussichten auf Zuschlag gestiegen
Doch die Aussichten auf den Astra-Zuschlag sind sprunghaft gestiegen, weil das Werk Opel-intern jetzt als gleichwertiger Mitbewerber für diese Produktion akzeptiert wurde, schildert Einenkel mit Hinweis auf Opel-Vorstand Reinald Hoben. Das Bochumer Werk, in das Opel 175 Millionen Euro investiert hat, um den neuen Zafira Tourer zu bauen, habe in den nächsten Jahren eine sehr gute Ausgangslage, wenn es um die Astra-Verteilung gehe.
Zur Zeit herrscht Vollauslastung. Die Produktion soll von 135 000 Wagen auf 170 000 im nächsten Jahr anziehen. Renner ist der neue Zafira Tourer, aber auch Vorgänger Zafira Family und der Astra-Classic rollen weiter von den Bändern.
Solide Stellung für Bochum
Unter den Opelwerken in Europa hat Bochum damit eine zur Zeit solide Stellung. „Die Finanzkrise schlägt auf den Autoverkauf“, weiß Einenkel. So herrscht Kurzarbeit im spanischen Opelwerk Saragossa. „Opel hat in diesem Jahr nach dem dritten Quartal Verluste von 300 Millionen Euro gemacht, Ford allerdings auch.“ Nach dem zweiten Quartal „sahen wir sehr gut aus, aber dann kam die Abschwächung“, schildert der Betriebsratschef.
Die Sorge, dass Bochum bei der Verteilung der nächsten Astra-Produktion leer ausgehen wird, ist neuer Zuversicht gewichen. „Wir sind ein Astra-Werk“, bekräftigte Einenkel. Opel-Produktionsvorstand Reinald Hoben, früher Werksleiter von Opel Bochum, mag das ähnlich sehen.
Damit Opel vorankommt, dürfe man sich nicht auf Regionalmärkte beschränken. Einenkel: „In Russland hat Opel einen hervorragenden Ruf, aber die Lieferung läuft sehr eingeschränkt ab.“ So liefert Bochum Teile des Zafira nach Kaliningrad, wo die Wagen montiert werden. Und für den „gewaltigen Wachstumsmarkt Indien“ kann sich Einenkel als Verkaufsschlager den Astra Classic mit „abgespecktem Motor und preisgünstigem Getriebe“ vorstellen.

14:34
Nur zur Info:
Die Typenklasse für einen Astra J 1,6 (115PS) werden ab dem kommenden Jahr von 13 auf 18 erhöht :-(
Eine nicht gerade verkaufsfördernde Maßnahme.
13:25
Ja was denn nun? , Ampera, Corsa, Astra, alle sollen nach dem Wünschen Einenkels in Bochum gebaut werden. Nur auf den hört keiner bei GM.
Nach dem Zafira ist 2016 Schluß, vorausgesetzt der Zafira kommt gut an...
13:02
Ich dachte immer die Rettung für Opel Bochum sollte der Ampera sein.
Ja was denn nun, Ampera oder Astra, oder keiner von beiden, oder wie, oder was?
Ganz nebenbei: Die Inder werden ihre Autos auf Sicht selber bauen. Was träumt der Herr Einenkel eigentlich nachts für einen Blödsinn?
18:13
2016 sind an dem Ort entweder Ententeiche oder das neue Ruhrstadion.
Wir lassen uns mal überraschen.
das Bochum ernsthaft eine Rolle spielt. Die Investitionen waren nicht so toll eher notwendigstes Flickwerk. Das Werk ist überaltert und ausgelutscht. Zu teures Personal, beengte Lagerkapazitäten, schlechte Organisation. Hohe Standortkosten, teure Transportwege usw. Tippe auf Polen oder Ungarn. Gerade das Land benötigt dringenst einen Kick für das Bruttosozialprodukt. Die Leute laufen dort weg um ihren Familien das Überleben so sichern. Darüber schreibt die Presse nichts. Nur das Dauergetrommele auf die bösen Griechen. Das System ist völlig krank und abgebrannt. Wie heisst es doch immer so schön, Europa sei längst ein Ganzes. Also ist es auch im ganzen kaputt. Die Dinge ändern sich nun mal, Erhaltung um jeden Preis funkt nicht. Und Korruption ist der Todesstoß.
Eine neue Zeche am alten Standort ist für einige Sozis aber auch denkbar.