Anwohner feiern den Giro mit Nachbarschaftspartys
02.08.2009 | 18:04 Uhr 2009-08-02T18:04:00+0200
Bochum. „Das ist das erste Mal, dass die hier vorbeifahren”, sagte am Sonntag Alexander Gehls von der Hermannshöhe. „Da dachten wir, das ist ein guter Anlass, eine Nachbarschaftsparty zu veranstalten.”
Gehls hat mit seinen Nachbarn Tische und Bänke mit Speis und Trank in einer Einfahrt ihres Mehrfamilienhauses aufgestellt - und schaut gutgelaunt dem Giro zu. Der saust unmittelbar vor der gemeinsamen Haustür her.
Zwei Tage Giro in Bochum - „Es ist einfach ein tolles Fest”, hatte Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz vor Tausenden Zuschauern auf dem Südring gesagt, bevor sie um 14.10 Uhr die Radprofis aus vieler Herren Länder mit einer Startpistole auf die Piste schickte. Die ist 14,8 Kilometer lang und führt nach Stiepel und zurück. Etwa alle 20 bis 30 Minuten flitzen die Fahrer wieder am selben Punkt vorbei. Wie an der Hermannshöhe.
Von 9 bis 22 Uhr am Straßenrand
Vor Hausnummer 26 steht Brigitte Hahnefeld-Pietzka. Auch sie feiert mit Nachbarn direkt an der Giro-Piste in Bahnhofsnähe. „Wir saßen hier schon am Samstag von 9 bis 22 Uhr”, erzählt sie. Sie und ihre Nachbarn haben es sich auf dem Gehweg an üppig geschmückten Festtischen unter einer Party-Girlande so richtig gemütlich gemacht. Zwei Meter vor ihnen rasen internationale Stars wie der sechsfache Tour-de-France-Etappensieger Mark Cavendish mit einem Affenzahn vorbei. Bei der Vorstellung aller Profis vor dem Start hatte das Publikum auf einer Großbildleinwand sehen können, wie sein mächtiger Oberschenkelmuskel mit nervösem Tatendrang rauf und runter wanderte. Als Cavendish vor Brigitte Hahnefeld-Pietzka vorbeirauscht, brandet Jubel auf. Alle 20 bis 30 Minuten.
Sie und ihre Nachbarn waren vorher extra zur Sparkasse gegangen, dem Veranstalter, und hatten um Fähnchen und Ballons gebeten. Die bekamen sie. Später sei jemand von der Sparkasse vorbeigekommen und habe den 1. Preis für die schönste Partyausstattung verliehen: Eine kleine Kiste Bier.
Straßenfest-Stimmung auch am Schauspielhaus. Die Fahrer sprinten dort durch eine Gute-Laune-Wolke von Musik, Kaffee, Kuchen, Bier und Bratwurst. Schräg gegenüber, am Haus „Kö 20”, hat sich eine weitere Nachbarschaft für den Giro versammelt. Mit Gartenzelten auf der Straße. Sie machen das seit vielen Jahren zum Giro. „Das ist hier ganz positiv angekommen”, sagt Anwohnerin Ulrike Herzog.
Ein Orkan an Kraft, Muskeln und Siegeswille fegt vorbei
Der Giro-Parcours ist aber längst nicht überall so heiter umsäumt. Viele Stellen sind gähnend leer. Wegen des labilen, später feuchten Wetters? Recht einsam sitzen hier und da einige THW-Helfer an den Streckenabsperrungen und essen Bratwürstchen von einem Alu-Rost. Die Ruhe täuscht aber gewaltig. Plötzlich, aus der Ferne, ist ein leises Sirren zu hören, das in Sekundenschnelle zu einem Orkan anschwillt, der an einem vorbeifegt. Ein Orkan aus Kraft, Muskeln, Siegeswille. Wusch!!! - und schon sind die Profis wieder vorbei.
Wo Leistung herrscht, lauert auch Spott
Wo Leistung herrscht, lauert aber immer auch Spott. Ein Passant musste am Sonntagvormittag an der Clemens-/Viktoriasstraße vor einer Wegsperre etwas warten, weil eine Teilnehmerin des Frauenrennens noch nicht vorbei war. „Wenn ich so weit zurückliegen würde, würde ich aufgeben”, sagte er. Man möchte ihm zurufen: Niemand urteilt schärfer als der Untätige.
Fast 200000 Zuschauer
Nach Schätzungen des Veranstalters kamen am Sonntag zwischen 150000 und 180000 Zuschauer über den ganzen Tag verteilt, am Samstag rund 20000 Menschen.

10:14
Überschrift:
Der Südring wird zur Partymeile.
Finanziert von der Sparkasse.
Mache am Samstag auch eine Party - ich lasse das Fahrrad in der Garage. An welcher Sparkassenzweigstelle kann ich mir mein Geld für die Party abholen?
01:32
Was soll eine solche Veranstaltung für ein paar Biertrinkende und an der Straße grillende Booochumer?
Das kann gespart werden. Eingespart werden.
In Wattenscheid haben am Wochenende auch Bewohner gegrillt und hatten Spaß. Zwar nicht 200.000 wie in Wiemelhausen - aber immerhin.
Sparkasse - kann ich noch ein Würstchengutschein abholen. Wegen Würstchen-Giro?
17:34
Wie gesagt, ich hab nix gegen dieses Sport-Event, aber gestern sind die paar Leutchen, die am Kap (Bermuda3Eck) saßen, noch nicht einmal mehr an die Absperrung gegangen wenn das Fahrerfeld anrauschte !
Am Schauspielhaus hat man vor ein paar Jahren kein Fuß auf die Erde bekommen, so voll war es .. und gestern ? Gähnende Leere ! Im Zielbereich das gleich Trauerspiel ... Vielleicht standen aber in Wiemelhausen und in Stiepel 150.000 Zuschauer an der Strecke ?? Lach weg ;-)
16:55
Wenn ich schon keine VIP-Karte bekomme wie die Armen Leute unserer Stadt, dann lasst mir
doch wenigsten mein Flaschenbier und Grill am
Straßenrand einmal im Jahr.
14:20
Kostenlose Unterhaltung?
Woher hat die Sparkasse Bochum das Geld, woher hat die Stadt Bochum das Geld zur Finanzierung?
Sonst wird doch nur gemeckert, dass die Sparkasse oder die Stadt nichts für soziale Sachen etc. tut..
Die anderen angeführten Beispiele ziehen nicht - jeder Besucher müsste 75 Euronen oder mehr bezahlen.
13:03
Soll mann nicht froh darüber sein, das die Weltbeste Rennfahrer überhaupt nach BOCHUM kommen obwohl soviel skeptisch besteht. Was wäre wenn SCHUMACHER oder KLITSCHO in Bochum antreten würden , dann würde die ganze Stadt abgeriegelt für 1Mann. Jetzt haben wir 2 Tage super unterhaltung geboten gehabt und das noch völlig KOSTENLOS. Vielen dank, STADT BOCHUM und SPARKASSE: Weiter auf zum nächstes Jahr.
07:53
Jaja, unsere WAZ ... Propaganda der feinsten Sorte.
Es gab kaum Besucher. Das Event verkommt zu einer Veranstaltung für wenige Interessierte.
Des Weiteren die Frage (investigativ): Wer zahlt die Show?
---> Am Ende vermutlich der Steuerzahler direkt (THW, Polizei, Beamte) und indirekt (immerhin ist die Sparkasse ja kein Wirtschaftsunternehmen) zu 100%.
Unfassbar lächerlich.
07:36
200.000 Besucher waren in nullkommanix zu meistern? Die Law-Parade wäre nicht möglich gewesen?
Dass sich Anwohner vor der Haustür an Bier und Grillgut erfreuten hat schon gar nichts mit der Zuschauerzahl und dem Doping-Event zu tun.
Die Sparkasse Bochum (Tochter der Stadt Bochum) Verschleudert Steuergelder!!!!.
00:26
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
23:02
@ daggi1848
Were ja auch blöd wenn nicht. Sonst hätte ich von 17 theoretischen Heimspielen höchstens 4 sehen können^^