Anwohner besorgt über hässlichen Leerstand

Mitte..  „Tja“, sagt der ältere Herr und schaut missmutig auf die andere Straßenseite. „Schön is’ dat wirklich nicht.“ Auch die junge Dame, die mit ihren zwei Kindern aus der Bäckerei schräg gegenüber kommt, kann nur den Kopf schütteln. „So etwas dermaßen vergammeln zu lassen, sollte verboten werden“, findet sie.

Worüber sich die Leute entlang der Castroper Straße so aufregen, ist schnell ausgemacht. Über das Haus 194 direkt rechts neben dem neuen Einkaufszentrum Große Voede mehren sich kritische Stimmen.

Früher waren hier eine Aldi-Filiale und die Volksbank beheimatet, auch ein Notar hatte dort seinen Sitz. Doch seitdem das Einkaufscenter vor etwa drei Jahren seine Pforten öffnete, steht der Bau leer und gammelt vor sich hin. Graffitikünstler tobten sich hier aus, Müll ist vor den Eingang geweht, das Unkraut sprießt fröhlich vor sich hin.

„Leerstände gibt es bei uns an der Castroper Straße einige, aber dieser ist an Hässlichkeit kaum zu überbieten“, steht für WAZ-Leserin Erika Fortmann-Wiesmann fest, die direkt gegenüber ein kleines Hotel betreibt.

Seit 60 Jahren befindet sich das Hotel im Familienbesitz. Ältere Leser erinnern sich an die Kneipe „Wiesmann“ mitsamt angeschlossener Konditorei, die der Schwiegervater von Erika Fortmann-Wiesmann lange betrieb. Doch mit der Eröffnung des Einkaufscenters stieg bei Erika Fortmann-Wiesmann der Frust. „Ich halte das ganze Center für eine einzige Fehlplanung“, sagt sie. „Dort gibt es nicht mal einen vernünftigen Eingang.“ Seitdem Aldi ins neue Center gezogen ist, steht das Gebäude rechts daneben leer. „Drei Jahre rege ich mich darüber jetzt schon auf, und es passiert nichts.“

Das Gebäude sei nicht in städtischem Besitz, meint Stadtsprecherin Barbara Gottschlich. „Und aktuell liegen uns keine Anträge dazu vor.“ Das heißt mit anderen Worten: Der Bau könnte noch eine Weile vor sich hin gammeln. Erika Fortmann-Wiesmann will sich jetzt mit einigen Geschäftsleuten aus der Umgebung zusammen schließen, um den „Schandfleck“ vielleicht eines Tages doch noch entfernt zu sehen.