Anwohner ärgert sich über fremden Abfall in der Mülltonne

Immer wieder muss Dirk John fremden Müll aus seinen Tonnen an der Laerfeldstraße entsorgen.Eine Lösung könnten Schlösser sein.
Immer wieder muss Dirk John fremden Müll aus seinen Tonnen an der Laerfeldstraße entsorgen.Eine Lösung könnten Schlösser sein.
Foto: Dietmar Wäsche
Was wir bereits wissen
  • Ein Anwohner in Laer ärgert sich über fremden Müll, der regelmäßig in seine Mülltonnen geworfen wird
  • Die Stadt erkennt ein „privatrechtliches Problem“ für die betroffenen Bürger
  • Der USB verweist auf spezielle Schlösser, die vor Fremdeinwürfen schützen sollen

Bochum.. Wer zahlt schon gern für fremden Müll? Dirk John nicht. Umso mehr ärgern den WAZ-Leser die Zeitgenossen, die ihre Abfälle in seinen Tonnen entsorgen. „So wie mir geht’s vermutlich Tausenden in Bochum“, glaubt der Laersche. Der USB kennt das Problem, verweist aber darauf, dass der Eigentümer für die Behälter verantwortlich ist.

Dirk John hat nachgerechnet: „8,50 Euro Gebühren zahle ich für jede Restmüll-Leerung.“ Dabei müsse er ständig befürchten, dass die Müllwerker die Tonnen unmittelbar am Gehweg an der dicht befahrenen Laerfeldstraße wegen der Fehleinwürfe stehen lassen. Regelmäßig, berichtet der 57-Jährige, landet fremder Müll nicht nur in seiner grauen, sondern auch in der gelben und blauen Tonne.

Essensreste in der Gelben Tonne

Erst dieser Tage musste John am Morgen mit spitzen Fingern einen Ekel-Beutel aus der offenstehenden gelben Tonne fischen. Inhalt: Essensreste, u.a. Eierschalen. Zugleich war die graue Tonne mit sperrigen Kartons verstopft. Was tun? Dirk John ist ratlos. Die Ex-und-hopp-Übeltäter auf frischer Tat zu erwischen, erscheint unwahrscheinlich. Die Polizei informieren? „Habe ich gemacht. Dort heißt es, dass sei kein Offizialdelikt und werde nicht strafrechtlich verfolgt. Dabei ist es ja eigentlich Diebstahl: Mir werden Teile meines Müllvolumens genommen, für das ich die nicht gerade geringe Gebühren zahle“, betont Dirk John.

Der Umweltservice Bochum (USB) bezweifelt, dass sich die Fremdwerfer zu Tausenden summieren. „Das kommt zwar leider immer wieder vor, hält sich nach unseren Beobachtungen aber in Grenzen“, erklärt Sprecherin Barbara Winklmeier. Fakt sei: Der Kunde – also in der Regel der Hauseigentümer – müsse dafür Sorge tragen, dass die Abfälle in den jeweiligen Tonnen den Vorschriften genügen: Restmüll in der grauen, Verpackungsmüll in der gelben, Papier in der blauen Tonne. Sonst könne es tatsächlich sein, dass die Müllwerker die Behälter nicht leeren, schildert Barbara Winklmeier.

Mechanischen Schutz vor unbefugtem Zugriff sollen so genannte Schwerkraftschlösser bieten, auf die auch der USB verweist. Am Deckelrand wird ein Schloss angeschraubt. Nur der Eigentümer bzw. die Mieter haben einen Schlüssel. Besonderheit: Die Tonnen müssen am Leerungstag nicht extra aufgeschlossen werden. Beim Abkippen ins Müllfahrzeug entriegelt sich das Schloss selbstständig.

Ab 20 Euro im Handel

„Das System ist gut und schön“, sagt Dirk John, der kürzlich sogar stinkige Windeln aus seinen Tonnen entfernen musste. „Aber im Handel kosten die Schlösser ab 20 Euro aufwärts. Bei meinen drei Tonnen müsste ich also über 60 Euro auf den Tisch legen. Ganz schön happig für ein Problem, das ich selbst ja gar nicht verursache.“

Wenn sich keine Besserung einstellt, will John die Investition gleichwohl vornehmen. Bis dahin äußert er eine Bitte: „Wenn man schon meine Tonnen missbraucht, dann sucht Euch für den Müll wenigstens die richtige Tonne aus!“