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Anselm Weber bleibt bis 2020 Theater-Intendant in Bochum

10.07.2013 | 15:30 Uhr
Anselm Weber bleibt bis zur Spielzeit 2019/2020 Intendant des Schauspielhauses.Foto: Joachim Haenisch

Bochum.   Der Intendant hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert. Anselm Weber bleibt mindestens bis zur Spielzeit 2019/2020 künstlerischer Leiter am Schauspielhaus Bochum. Kulturdezernent Michael Townsend betonte bei der Entscheidung, dass Weber trotz knapper Kassen künstlerische Standards "gehalten und ausgebaut" habe.

Anselm Weber bleibt Intendant in Bochum: In seiner Sitzung am Dienstag (9. Juli) hat der Verwaltungsrat des Schauspielhauses beschlossen, den gebürtigen Münchner bis 2019/2020 weiter als künstlerischen Leiter zu verpflichten.

Anselm Weber , der 2010 vom Essener Grillottheater ans Schauspielhaus wechselte, hat damit seinen bis 2015/16 laufenden Vertrag vorzeitig verlängert. „Es war eine Bauchentscheidung“, so Weber auf Anfrage dieser Zeitung. Ausschlaggebend für ihn sei gewesen, dass sein „eingeschlagener Weg noch nicht fertig ist“. Er habe mit der Internationalisierung des Schauspielhauses, der Boropa-Spielplangestaltung, und nicht zuletzt mit dem fürs nächste Jahr angekündigten Theater/Opel-Projekt „This is not Detroit“ seine Vorstellungen für das Bochumer Haus Stück für Stück entwickelt, und wolle das künstlerisch und konzeptionell Angestoßene weiter aus- und aufbauen.

Von der Entscheidung überzeugt

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Kulturdezernent Michael Townsend, zeigt sich von der Entscheidung, mit Weber weiterzumachen, überzeugt: „Anselm Weber ist es gelungen, das kulturelle Flaggschiff der Stadt Bochum sowohl künstlerisch weiterzuentwickeln als auch den Stürmen der Finanzkrise zu trotzen und es auf einen sehr guten Kurs zu bringen.“ Besonderes Verdienst der Intendanz sei es in den letzten drei Jahren gewesen, trotz knapper Kassen künstlerische Standards „gehalten und ausgebaut“ zu haben, so der Dezernent. Auch Weber streicht den finanziellen Kraftakt der Etat-Konsolidierung heraus: „Das waren keine einfachen Zeiten, das hatten wir uns alle anders vorgestellt."

Schauspielhaus-Eröffnungsfest

Neben der Pflege des Repertoires hat Weber in seinen drei Jahren immer wieder Neuland betreten; so band er internationale Regisseure wie Jan Klata, Fadhel Jaibi, Roger Vontobel oder Paul Koek ans Haus, holte populäre Gaststars wie Armin Rohde und Peter Lohmeyer , setzte mit Kooperationen - u.a. mit Pottporus - Akzente für ein ganz junges Publikum und lieferte mit seinen Einrichtungen „Vor Sonnenaufgang“ und „Richtfest“ zwei der beim Publikum am stärksten gefragten Inszenierungen ab.

Darüber hinaus griff und greift der 50–Jährige aktuelle Fragen auf, die die Stadtgesellschaft und die gesamte Region betreffen – als nächstes im Projekt „This is not Detroit“, das ab Herbst nicht nur die Bochumer Probleme während der Opel-Krise thematisiert , sondern auch die gesamt-gesellschaftliche Relevanz der Schließung der Autowerke beleuchtet.

Jürgen Boebers-Süßmann



Kommentare
10.07.2013
22:07
Anselm Weber bleibt bis 2020 Theater-Intendant in Bochum
von LilaLatzhose | #2

Bis 2020? Hab ich kein Verständnis für. In Essen hat Weber das Grillo-Theater gefüllt. In Bochum ist es so leer wie lange nicht mehr (wobei ich Goerden als Intendant sogar noch schlimmer fand). Bei voller Hütte ist die Bude gerade mal knapp zur Hälfte gefüllt. Inszenierungen ähneln sich...ob Eisenstein oder Aus dem Bürgerlichen Heldenleben. Auch Boesch macht immer dasselbe; draußen vor der Tür fast ein Abklatsch von der Art her wie Peer Gynt; schmutzige Bühne, viel Dreck und bildgewaltig;sogar die Schauspiler werden meist aufs selbe Rollenklischée besetzt. Die Bühnenarbeiter tun einem fast ständig leid (und die Schauspieler auch); viel Wasser, Matsch und halsbrecherische Klettereien. Für mich nur wenige Highlights..."was ihr wollt" und "Medea". Alles andere eher enttäuschend und beileibe nicht 30 Euro wert. Schade; war zwar oft da, hab mich aber auch oft geärgert und werde mir dann jetzt Alternativen suchen. Das Ruhrgebiet ist groß.

10.07.2013
20:03
Etat-Konsolidierung?
von steude | #1

Tatsächlich hat die Politik den Etat des Schauspielhauses um 2,5 Mio./ Jahr bis 2022 erhöht. http://www.derwesten.de/staedte/bochum/stadt-bochum-soll-schauspielhaus-bankrott-verhindern-id6407604.html

Der Haushalt des Schauspielhauses, insbesondere die Ausgaben wachsen also bis 2022, während bei fast allen Haushalten sonst eisern gespart wird. Etat-Konsolidierung bedeutet, der Etat kann auf einem gleichbleibenden Niveau gehalten werden. Das ist mitnichten der Fall.

Dass die Darstellung falsch ist, hätte dem WAZ-Redakteur eigentlich auffallen müssen... . Die unkritische Wiedergabe leider typisch.

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