Anpacken fürs Gemeindefest im Bochumer Norden

Gutgelaunt anpacken fürs gemeinsame Fest der Heilig-Geist-Familie und Pfadfinder: die Aktiven vom Stamm „Anne Frank und Martin Luther King“ bilden eine Kette für den Transport der Getränkekisten.
Gutgelaunt anpacken fürs gemeinsame Fest der Heilig-Geist-Familie und Pfadfinder: die Aktiven vom Stamm „Anne Frank und Martin Luther King“ bilden eine Kette für den Transport der Getränkekisten.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
In Harpen ziehen katholische Kirchengemeinde und Pfadfinder am Wochenende an einem Strang. Auch ein Bewohner des Asylbewerberheims hilft mit.

Bochum-Harpen.. Wie viele Helfer braucht es, ein Gemeindefest auf die Beine zu stellen? Mit Fanfarenzug, Trödelmarkt, Kinderfest und allem drum und dran? In der Heilig-Geist-Gemeinde in Harpen waren es rund 30 Leute, die das Gemeinde- und Straßenfest von Freitag bis Sonntagmittag möglich machten – inklusive Pfadfinder, Messdiener und einem freiwilligen Helfer aus Ghana.

Beziehungsweise: vom nahegelegenen Asylbewerberheim. Denn dort wohnt Fuseni Abubakari derzeit. „Ich bin zwar Moslem, gehe aber trotzdem hier zur Gemeinde“, sagt er. Außerdem gebe es für ihn sowieso nur einen Gott. „Und ich wurde hier immer gut aufgenommen.“ Deshalb hat er am Wochenende auch mit angepackt.

Tische schleppen, Kuchen backen, ein Kinderprogramm samt Märchenzelt auf die Bühne bringen – für die Helfer gab es genug zu tun. Für den märchenhaften Teil des Festes am Samstag sorgte Diethild Kraps: Wenn sie mit der Glocke läutete, wussten die Kinder Bescheid und sammelten sich zur Lesestunde, um den Grimmschen Klassikern vom „Froschkönig“ bis zu „Tischlein, deck dich“ zu lauschen. „Es sind eben Klassiker: Früher wurden sie uns vorgelesen, und das werden wir jetzt weitergeben“, erklärt Kraps ihre Motivation.

Das Helfen ist eine Selbstverständlichkeit

Dank zeigen, Traditionen erhalten – das sind alles gute Gründe, bei einem kleinen Fest mit anzupacken. Für Pfadfinder wie Jan Kochanek ist das Helfen sowieso eine Selbstverständlichkeit. Zur Hälfte war das Fest am Wochenende aber auch deren eigenes Projekt: In diesem Jahr legten Kirche und Pfadfinder ihre Feste zusammen, das Gemeindefest und das Straßenfest der Pfadfinder.

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Allein der Ehre wegen veranstalten die Pfadfinder ihr Fest aber nicht: „Der Hintergedanke diese Jahr war, Sponsoren für unseren neuen Bus zu finden“, sagt Jan Kochanek. Mit dem wollen sie dann gemeinsam mit anderen Jugendgruppen Ausflüge machen, zum Beispiel ins Sommercamp nach Frankreich.

Fürs erste ging es aber nicht in die Ferne, sondern es wurde besinnlich: zum Einstieg ins Fest trafen sich am Freitag rund 100 Ehemalige „Pfadis“ und ihre aktiven Kollegen – Anlass war das 40-jährige Bestehen des Harpener Stamms. Am Samstag freuten sie sich über die Band „Die Feuerstones“, die u.a. Folksongs spielten. „Und auch viele unserer Lagerlieder, die jeder von uns kennt“, erzählt Kochanek. Etwa „Country Roads“, wie gemacht für Lagerfeuerstimmung auf Wanderausflügen. Für Kochanek und seine Kollegen der Höhepunkt des arbeitsreichen Wochenendes.