Angst vor der Räumung wächst
23.11.2009 | 18:02 Uhr 2009-11-23T18:02:00+0100Die Studentenproteste gegen die Bildungspolitik gehen auch in Bochum weiter: An der Ruhr-Uni bleibt das Audimax besetzt, an der Ev. Fachhochschule haben rund 50 Studierende die Aula in Beschlag genommen.
Wie sich die Dinge entwickeln werden, war gestern völlig unklar. Das Rektorat der Ev. Fachhochschule soll den Studierenden ein nächtliches „Bleiberecht” in der Hochschule eingeräumt haben – so die „Besetzer/innen” denn die Bezahlung eines Wachdienstes übernehmen, was aber abgelehnt wurde.
Bochumer Symphoniker können nicht proben
An der Ruhr-Uni waren gestern in erster Linie die Bochumer Symphoniker von der Audimax-Besetzung betroffen. Das Orchester spielt am kommenden Donnerstag planmäßig ein Konzert im Audimax, weswegen bereits gestern mit dem Aufbau begonnen werden sollte. Er fiel ins Wasser. Ob die BoSy-Proben heute, morgen und übermorgen wie geplant stattfinden können, war am Montag ebenso offen wie die Frage, ob das Konzert am Donnerstag überhaupt stattfinden kann.
Freiwillige Räumung abgelehnt
Das hängt davon ab, ob die Studierenden bis dahin freiwillig den großen Hörsaal geräumt haben werden – oder ob das RUB-Rektorat ihn hat räumen lassen. Weder zu der einen noch zu der anderen Variante gab es gestern belastbare Aussagen. Am Nachmittag fand ein Gespräch zwischen AStA-Chef Karsten Finke und der Prorektorin für Lehre, Prof. Uta Wilkens statt. „Frau Wilkens diffamierte den Protest als illegitim und illegal, und ist nur zu Kompromissen bereit, wenn wir das Audimax verlassen”, resümierte Finke nüchtern das Gespräch. Wilkens habe angeboten, Arbeitskreise einzurichten, um die Studienordnungen zu verbessern. Möglich wären so eine Flexibilisierung der Anwesenheitspflicht und der Studiendauer im Bachelor/Master. „Unter diesen Umständen sind die Studierenden allerdings nicht bereit, das Audimax zu verlassen”, betonte der AStA-Chef. Die Forderungen der Protestierenden seien viel weitreichender. Der Protest werde daher auf „unbegrenzte Zeit” fortgesetzt.
Keine offzielle Stellungnahme
Da es eine offizielle Stellungnahme der Universitätsleitung zu ihrem geplanten Vorgehen nicht gibt, müssen die Audimax-Besetzer/innen weiter die Räumung durch die Polizei fürchten.

17:40
Vorliegend eine gänzlich zur Politik der Ruhr-Universität Bochum passende Maßnahme:
Wirtschaftliche Interessen werden bevorzugt und studentische Interessen mit Gewalt unterdrückt.
Das Bochumer Audimax diente als Raum für Diskussionen mit allen Vertretern von Politik, Wirtschaft und Presse und brachte daher die legitimierte Möglichkeit zu sachlichem und produktivem Protest. Diese Möglichkeit derart zu unterdrücken stellt eine Grenzüberschreitung dar, welche die Verwehrung von Demokratischen Grundfreiheiten bedeutet.
07:31
Ein weiteres Argument FÜR ein eigenes Konzerthaus der BoSys.
01:04
Lief das Ultimatum nicht Freitag um 20:00 Uhr aus? Die Verwaltung macht sich nur lächerlich, je länger sie den normalen Ablauf durch den Kindergarten stören lässt.
Und mal eine allgemeine Frage zu diesem Bildungsstreik: Studenten und Schüler, die Bafög oder Stipendien bekommen, verzichten die auf ihre Unterstützung während dieser Phase?
Nur dann wäre es ja mit einem Streik vergleichbar, - und würde die Bereitschaft zu eigenen Opfern zum Erreichen der hohen Ziele zeigen ...
... sollte doch wohl eher Bildungsblockade oder Bildungsverweigerung genannt werden, oder?
23:46
Richtig Gartenfreunde! Kritik am System war schon immer falsch, das System hat immer Recht! *seufz*
Wenn man seine Position nicht im System durchbringen kann, weil es eine 2/3 Mehrheit von Natur aus gibt (Studenten haben nur 1/3 der Stimmrechte im Senat) muss man halt auf andere Formen der Auseinandersetzung ausweichen.
Und dem schlauen Erstdenkendannhandeln würde ich genau dies empfehlen. Niemand ist gewaltbereit. Was rechtens ist, ist noch lange nicht richtig. Sachbeschädigung habe ich auch noch nicht festgestellt. Würde die Uni ernsthaft auf die Studenten eingehen, wäre es nie zu diesen Protesten gekommen. Die Tatsache, dass die Forderungen bei der Vollversammlung von fast 3.000 Studenten mit nur ganz wenigen Gegenstimmen beschlossen wurden, zeigt doch mehr als deutlich, wie ernst einem Großteil der Studenten die Lage ist - und wie sehr sie sich den Missständen bewusst sind.
MfG
Hyde
21:59
Der einzige, der sich mit einem solchen Streik schadet, ist der Student selbst. Das war vor 30, 20 und zehn Jahren schon so, und es ist heute nicht anders. Lachhaft.
20:39
Raus mit den besetztern,und von allen die Namen fest stellen.
Und von der Uni-verweisen.
Sie haben kein Recht auf ein Studium..
19:06
Du hast völlig Recht. Wer seinen Platz in der Gesellschaft nicht findet, muss halt zusehen!
Vielleicht können wir wieder ein paar Arbeitslager (Workcamps auf deutsch) aufbauen ... dann haben die chaotischen Selbstdarsteller, die ach so töricht an Gerechtigkeit glauben endlich wieder was zu tun .... und Jungs wie Du dürfen den ganzen Tag Hilfssheriff spielen. Peng Peng!
18:44
Ohne Sinn und Verstand! Wie können angeblich erwachsene Menschen so kompromisslos agieren und nicht einmal auf die Angebote des Rektorats eingehen. Selbstverständlich ist der Protest illegitim und illegal, und selbstverständlich hat die Universitätsleitung das Recht - ich möchte sogar sagen: die Pflicht - das Audimax zu räumen!
Herr Finke verdreht Wahrheiten und fühlt sich als Rächer der Studierenden, doch Fakt ist, dass der Großteil der Studierenden sich nicht von ihm vertreten fühlen. Die auch heute stark sinkenden Zahlen der Unterstützer und Befürworter belegen dies.
Doch die egoistische Contrahaltung einiger weniger wird wie schon so oft letztlich für den von ihnen provozierten Medienrummel sorgen. Hier geht es gar nicht um Verhandlungen, Veränderungen, Verbesserungen oder die Vertretung der Studierenden: Hier geht es um die sündenhafte Selbstdarstellung jener, die ihren Platz in der Gesellschaft noch nicht gefunden haben. Bleiben die ironischen Fragen außenstehender, wie es sein kann, dass zwar das Bsc-System keine Zeit für Praktika ließe - aber Besetzungsstunden toleriere.
Bleibt eigentlich nur noch eines: Den Besetzern mit der Härte und Gewalt zu begegnen, die sie seit Tagen selbst und ohne vorherige Provokation selbst an den Tag legen:
Strom, Wasser, Heizung, WLan abschalten, letztes Ultimatum setzen und letztlich von der rechtmäßigen Räumung Gebrauch machen. Dann aber bitte auch mit letzter Konsequenz:
Finanzielle und disziplinarische Inverantwortungnahme der Sachbeschädiger.