"An uns hat's nicht gelegen"
31.07.2008 | 19:45 Uhr 2008-07-31T19:45:02+0200Kulturdezernent Michael Townsend zeigt sich überrascht davon, dass Jochen Schroeder die Comödie schließt.Und er lobt die Verdienste des Boulevard-Theaters: "Die Comödie hat dem Image Bochums sehr zugearbeitet"
Der letzte Vorhang ist gefallen: Jochen Schroeder will seine Comödie am Ostring schließen - Insolvenz. Diese überraschende Nachricht (die WAZ berichtete) erreichte den Bochumer Kulturdezernenten Michael Townsend während seines Urlaubs an der Nordsee. "Am Mittwochabend habe ich davon auf Ihrer Internetseite erfahren", erzählt er, "und es hat mich sehr überrascht."
Zwischen Schroeder und Townsend, deren Verhältnis stets tadellos gewesen sei, habe es noch bis vor kurzem Gespräche darüber gegeben, wie die Comödie langfristig hätte überleben können, so der Kulturdezernent. "Wir haben uns die Sachlage immer wieder angeschaut und versucht, praktikable Lösungen zu finden." Klar sei gewesen, dass die Ausstattung des Theaters am Ostring, die noch aus den 50-er Jahren stammt, dringend hätte überholt werden müssen, "um sie dem heutigen Komfort der Kunden anzupassen." Allein: "Die Stadt kann der Comödie auf die Schnelle schlecht einen neuen Saal bauen, zumal es sich bei Schroeder um einen gewerblichen Unternehmer handelt."
Nach Ende seines Urlaubs in der kommenden Woche will Townsend versuchen, erneut mit Schroeder in Kontakt zu treten, um die "konstruktiven Gespräche", die zwischen ihnen stattgefunden hätten, fortzuführen. Denn: "An uns hat's nicht gelegen." Über etwaige Mietrückstände mag sich Townsend an dieser Stelle nicht näher äußern, vielmehr lobt er die gewinnbringende Arbeit, die Schroeder im Laufe der Jahre für die Stadt Bochum erbracht habe. "Die Comödie war in ganz Deutschland auf Tournee unterwegs und hat dem Image Bochums sehr zugearbeitet."
Auch in der Bochumer Kulturszene habe die Comödie eine wichtige Rolle gespielt. "Boulevard-Theater ist in jeder pulsierenden Großstadt von Bedeutung: egal ob auf dem Ku'damm oder bei uns." Dies hätten auch passionierte Schauspielhaus-Gänger verstanden. Und so hofft Townsend, dass Schroeder - falls es neue Pläne gibt - den Standort Bochum weiterhin nutzt.

14:54
Wir wohnen in den Niederlanden und haben zweimal gelungene Aufführungen in der Comödie erleben können. Was uns bei unseren Besuchen des Theaters allerdings gestört hat, war das Ambiente. Der Theatersaal wirkte wie ein Kino aus den 50er Jahren, vom Foyer ganz zu schweigen. Es ist halt eine Schule. Wir könnten uns vorstellen, dass die Comödie noch weiter hätte existieren können, wenn die Räumlichkeiten ansprechender gewesen wären.
A. und H. Wrede – Op den Orth