Am Südring wird jetzt elektrisch gedampft

Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler

Das Bermuda-Dreieck steht mächtig unter Dampf: Trotz des seit zwei Jahren geltenden Nichtraucherschutzgesetzes haben sich mehrere Shisha-Bars im Ausgehviertel angesiedelt. Dario Cataldo und Hilal Özcan sehen der Konkurrenz entspannt entgegen: Am Südring haben sie jetzt die nach eigenen Angaben erste E-Shisha-Bar in Deutschland eröffnet.

Die Rechtslage ist eindeutig: Auch Wasserpfeifen unterliegen dem strikten Anti-Paff-Gesetz der rot-grünen Landesregierung – zumindest, wenn sie mit Tabak gefüllt sind. Noch werde in den gängigen Shisha-Bars dennoch munter weitergedampft, beobachten Hilal Özcan und Dario Cataldo. „Für flächendeckende Kontrollen fehlt uns das Personal. Wir reagieren nur auf konkrete Hinweise und Beschwerden“, bestätigt Stadtsprecherin Barbara Gottschlich. Doch die Betreiber der „Ultimate Lounge“ sind sicher: „Herkömmliche Shisha-Bars wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben.“

Die Existenzgründer setzen auf E-Shishas. Das sind Wasserpfeifen mit einem elektrischen Verdampfer und einer Kartusche mit „Liquid“ (Flüssigkeit) mit mannigfaltigen Aromen. „Wir verzichten komplett auf Tabak. Vom Nichtraucherschutzgesetz sind wir und unsere Gäste daher nicht betroffen. Die zertifizierten Liquids gelten als normales Lebensmittel und sind völlig ungefährlich“, sagen Hilal Özcan und Dario Cataldo – auch wenn die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung davor warnt, dass E-Shishas (wie auch die E-Zigaretten) besonders für Jugendliche „die Gefahr des Einstieges zum Rauchen von Tabak“ berge.

Es gibt auch Cocktails und Kuchen

Für seinen Traum von einer eigenen Shisha-Bar hat das Paar (beide 31) hart gearbeitet und viel Geld investiert. Sechs Monate hat das Duo die Gaststätte am Südring 24 (ehemals Kokille) aufwendig umgebaut und neu eingerichtet. Entstanden ist eine gemütlich-chillige Lounge, in der täglich ab 14 Uhr nicht nur elek-trisch gedampft wird (ab 9,90 Euro), sondern auch Tee- und Kaffeespezialitäten, Cocktails, Kuchen, Snacks und Desserts offeriert werden.

Für die Juristin und den Einzelhandelskaufmann ist der 200-qm-Treff „ein Rohdiamant, der noch geschliffen werden muss“. Bochum ist dabei nicht nur beruflich zur Heimat geworden: Das Paar ist kürzlich aus Wipperfürth fortgezogen und wohnt jetzt über der „Ultimate Lounge“.

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