Altes Amtshaus Altenbochum kurz vor dem Verkauf

Ein Schmuckstück – wenn man es nur äußerlich betrachtet: das alte Amtshaus an der Wittener Straße 136 in Altenbochum.
Ein Schmuckstück – wenn man es nur äußerlich betrachtet: das alte Amtshaus an der Wittener Straße 136 in Altenbochum.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Stadt hat mehrere Interessenten für das Gebäude an der Wittener Straße 136. Obwohl der gute äußere Schein trügt. Denn innen gibt es viel zu sanieren.

Altenbochum.. Der Briefkasten quillt inzwischen über. Prospekte wurden immer weiter fleißig hineingestopft. Obwohl man durchaus darauf kommen könnte, dass das alte Amtshaus an der Wittener Straße schon seit längerem nicht mehr bewohnt ist. Doch die Stadt ist bemüht, dass wieder Leben in die Hausnummer 136 zieht.

„Uns liegen aktuell vier Anfragen von Interessenten vor; die wir gerade abarbeiten“, verrät Franz Kochanek, Leiter des Liegenschaftsamtes, auf WAZ-Anfrage. Es gebe sogar schon eine Bauvoranfrage eines Anbieters. Seit 2009 hat die Stadt das Gebäude immer wieder angeboten. Bislang ohne Erfolg. „Doch jetzt sind wir guter Hoffnung, in der zweiten Jahreshälfte Vollzug vermelden zu können“, ist Kochanek optimistisch.

Zwischenzeitlich war auch die Gaststätte „Romberger Hof“ darin untergebracht

Das alte Amtshaus hat seinen Preis. 290 000 Euro möchte die Stadt für das Schmuckstück haben, dass diese Bezeichnung nur auf den ersten Blick verdient hat. Wie Franz Kochanek selbst zugibt: „Das Gebäude macht von außen einen viel besseren Eindruck als von innen.“ Der Keller ist feucht, die Holzdecke teils durchgefault. Zudem, so Kochanek, müsse das Amtshaus entkernt werden, um moderne Wohnungsgrundrisse zu ermöglichen. Bei allem muss zudem der Denkmalschutz beachtet werden. Positiv: Es gibt mehrere Eingänge. Und eine schöne Lage in Citynähe mit viel Grün im Hinterland und der unmittelbaren Nähe zum Springorum-Radweg.

In der Denkmalliste der Stadt wird das Baujahr des klassischen, westfälischen Bürgerhauses um 1860 geschätzt. Bevor das Gebäude als Amtshaus genutzt wurde, erhielt es den Namen „Friedrichsburg“ und wurde zwischen 1870 und 1886 von der Familie Friermann-Kabeisemann bewohnt. Danach diente es als Verwaltungsgebäude der alten Schachtanlage Friederika. Besitzer war Freiherr von Romberg. Zwischenzeitlich war auch die Gaststätte „Romberger Hof“ darin untergebracht.

Amtsverwaltung wurde von der Allestraße nach Altenbochum verlegt

Von 1894 bis 1929 wurde das Gebäude vom Amt Bochum II (Süd) übernommen und die Amtsverwaltung, die sich bis dahin an der Alleestraße befand, nach Altenbochum umgesiedelt. Die Landgemeinden Altenbochum, Laer, Querenburg, Weitmar und Wiemelhausen wurden nun im „Amtshaus Altenbochum“ verwaltet. Leiter des Amtes war von 1893 bis 1900 Graf von Loos-Corswarrem, bis 1927 dann Amtmann Karl Booß. Später wurde das Amtshaus zu Wohnzwecken genutzt.