Alarm an der Ruhr-Universität
02.10.2011 | 18:11 Uhr 2011-10-02T18:11:28+0200Spektalkulär, doch zum Glück nur simuliert: Im Rahmen einer Großübung ließ die Feuerwehr es an der Ruhr-Uni brennen.
„Beton brennt doch“, verheißt die Inschrift eines Graffitis an der Ruhr-Universität. An der Balustrade der U-Bahn-Brücke begegnet es Studenten und Mitarbeitern stets auf dem morgendlichen Weg in die Vorlesung. Doch ein tatsächlicher Großbrand an der Hochschule bleibt für viele unvorstellbar. Nicht für die Bochumer Feuerwehr.
Blaulicht leuchtete am Samstagvormittag auf, Sirenen heulten. Vom Dach des Technischen Zentrums der RUB, Auf dem Kalwes, stieg schwarzer Rauch auf. Etwa 60 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Abschnitt 3 waren im Einsatz, um sechs Brand-Opfer zu bergen. Ein Großeinsatz - doch glücklicherweise nur ein simulierter. Denn das gesamte Szenario war Teil einer jährlich stattfinden Großübung, bei der die Löscheinheiten den Ernstfall proben.
Um möglichst realen Bedingungen zu schaffen, planten die Übungsleiter im Vorfeld alle Details. „Wir haben uns heute morgen schon extra eine Stunde eher getroffen, um die Vorbereitungen zu treffen“, erklärt Martin Hüdepohl, Wachleiter der Feuerwache 3. Die Verletztendarsteller, in Wirklichkeit Auszubildende der Berufsfeuerwehr, schlüpften in ihre Verkleidungen und versteckten sich im Gebäude.
Nebelmaschinen wurden aufgestellt und die Brillen der Atemschutzmasken abgeklebt, um die Sicht der Feuerwehrmänner einzuschränken und so die Arbeit auf dem unbekannten Terrain zu erschweren. „Perfekt imitieren kann man die Notfallbedingungen natürlich nicht“, sagt Hüdepohl. „Den echten Brandrauch, die hohen Temperaturen und den Wassereinsatz können wir heute nicht nachstellen.“ Doch soweit möglich, bemühe man sich um größtmögliche Authentizität.
Als schließlich alles vorbereitet ist, greift gegen halb zehn Uhr morgens ein Darsteller zum Telefon und setzt den Notruf ab: Es brennt im Maschinenraum, sechs Personen sind noch im Gebäude. Die Übung kann beginnen. Wenige Minuten später fahren die ersten Löschzüge vor, Feuerwehrmänner springen heraus, bereiten Gerätschaften vor und schließen Schläuche an den Hydranten an. Alles muss jetzt schnell gehen.
Im Gegensatz zu richtigen Notfällen ist diesmal aber nur die Freiwillige Feuerwehr am Einsatz beteiligt. Mitglieder der Berufsfeuerwehr beobachten das Vorgehen lediglich vom Rand aus. Zu ihnen gesellen sich auch die Jugendgruppen der Feuerwehr, die zwar noch nicht an der Übung teilnehmen dürfen, aber den Einsatzleitern interessiert über die Schulter schauen.
Mit Klemmbrettern und Stiften ausgestattet huschen einige Übungsbeobachter über das Gelände. Minuziös halten sie fest, was noch verbessert werden kann und wo Schwachstellen in der Struktur der Einsatzleitung bestehen. Schließlich sei die Koordination der vielen Einsatzkräfte und Gruppen eine der Kernaufgaben, weiß Feuerwehrmann Martin Hüdepohl.
Im Einsatzleitbus, dem Herzen der Operation, herrscht daher ständiger Funkkontakt. Karten werden beschriftet und Protokolle geführt. Mit ihrer Hilfe können künftige Einsätze routinierter und strategischer angegangen werden — damit es hoffentlich auch in Zukunft keine Brandkatastrophen an der Uni gibt.

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