Akafö sieht keine Gefahr für Projekte mit Tunesien

Ezzedine Zerria (Archivfoto) ist der Vater der Kontakte zwischen dem Akafö und den tunesischen Studentenwerken.
Ezzedine Zerria (Archivfoto) ist der Vater der Kontakte zwischen dem Akafö und den tunesischen Studentenwerken.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ezzedine Zerria wird in der nächsten Woche zu einem offiziellen Festakt nach Nordafrika reisen. Von Bochum aus wird Leitfaden für tunesische Studentenwerke betreut.

Bochum.. Der entsetzliche Terroranschlag in der tunesischen Stadt Sousse trifft Bochum auf ganz besondere Weise. Auf vielen Ebenen gibt es seit etlichen Jahren intensive Kontakte mit Tunesien. Nicht zufällig ist der Sitz der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft in unserer Stadt. Deren Geschäftsführer, Ezzedine Zerria, der auch Chef der Akafö-Gastronomien ist, sagt. „Noch an diesem Wochenende hatten wir drei Studierende aus Tunesien bei uns zu Gast. Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit.“

Ezzedine Zerria, der etwa zwölf Mal im Jahr in seine Heimat reist, lässt sich vom Terror nicht einschüchtern. „In der nächsten Woche wird ein Leitfaden für die tunesischen Studentenwerke, der hier in Bochum erarbeitet worden ist, von einem Minister in Tunesien offiziell in Kraft gesetzt. Selbstverständlich werde ich dabei sein.“ Auch ist im Herbst für die drei tunesischen Studentenwerke, die seit einigen Jahren aktiv und intensiv vom Akafö beraten und unterstützt werden, eine „Deutsche Woche“ geplant. Dafür sollen unter anderem Köche aus Bochum nach Nordafrika reisen. Zerria geht fest davon aus, dass auch dieses Projekt wie geplant läuft. Er macht aber als Geschäftsführer der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft klar, dass ein solcher Anschlag Folge habe. „In Gedanken bin ich bei den Familien der Opfer“, sagt er ganz deutlich.

Verbundenheit seit mehr als 30 Jahren

Die Bochumer Industrie- und Handelskammer ist ebenso ganz besonders mit Tunesien verbunden und das bereits seit rund 30 Jahren. Es gibt hier eine Schwerpunkt-Stelle, die sich mit Handel und Industrie in Nordafrika auseinandersetzt, wozu selbstverständlich auch Tunesien gehört. Verantwortlich für diese Schwerpunktstelle ist bei der IHK Dr. Hans-Peter Merz. „Wir stellen Kontakte für deutsche Firmen her, öffnen Türen.“ Auswirkungen eines solchen Anschlages seien ohnehin nicht sofort mess- oder spürbar. Es gebe etwa etliche Automobilzulieferer, die in Tunesien produzieren lassen. „Ich glaube nicht, dass da jetzt ein Kabelbaum weniger hergestellt wird.“ Anders ist die Lage in den Reisebüros. Die Kunden würden rasch auf solche Schreckensmeldungen reagieren und stornieren.