AfD-Sprecherin will von Rechtsruck nichts wissen

Der Machtkampf in der AfD, den Frauke Petry am Wochenende in Essen als neue Bundesvorsitzende gegen Parteigründer Bernd Lucke für sich entschied, werde keinerlei Auswirkungen auf die Arbeit der Alternative für Deutschland in Bochum haben. Diese Einschätzung teilte die Vorsitzende des Stadtverbandes, Gabriele Walger-Demolsky, am Montag der WAZ auf Anfrage mit. „In Bochum gibt es keine Lager, dafür haben wir keine Zeit“, sagte Walger-Demolsky, die Kommunalpolitik binde alle Kräfte. Der Kreisverband der AfD, der in Essen mit mehr als 20 Delegierten vertreten war, zähle derzeit rund 100 Mitglieder. Im Bochumer Rat ist die Partei mit drei Mitgliedern vertreten.

Walger-Demolsky: „Wir haben lange auf eine Einigung gehofft, mit der Gründung des Weckrufes hatte sich das dann aber erledigt.“ Das Lucke-Lager habe die Spaltung der Partei vorangetrieben. Einen Rechtsruck der AfD durch die Wahl Petrys sieht Walger-Demolsky nicht. Ihr Stellvertreter Jörg Meuthen und andere seien aus dem liberalen Lager. Sowohl der Machtkampf zwischen Lucke und Petry als auch die Auseinandersetzungen zwischen den Europa-Parlamentariern Marcus Pretzell, der auch NRW-Landesparteichef ist, und Olaf Henkel seien vornehmlich persönlichen Fehden geschuldet. „Den Rechtsruck erkennen nur die Medien und der Weckruf“, so Walger-Demolsky.

In Bochum werde die AfD sich weiter an ihrem Kommunalwahlprogramm orientieren und den „liberal-konservativen OB-Kandidaten“ Wolf-Dieter Liese im bevorstehenden Wahlkampf unterstützen.