Ärztekammer stellt Verfahren gegen Dietrich Grönemeyer ein

Verfahren eingestellt: Dietrich Grönemeyer.
Verfahren eingestellt: Dietrich Grönemeyer.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Dietrich Grönemeyer muss keine Strafe wegen der Zahlung von "Kopfprämien" befürchten. Die Ärztekammer stellte das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein.

Bochum.. Der bekannte Bochumer Radiologe Dietrich Grönemeyer soll in zwei Fällen niedergelassene Ärzte dafür bezahlt haben, dass sie ihm Patienten überwiesen haben. Das hat eine Untersuchung der zuständigen Ärztekammer Westfalen-Lippe ergeben. Konsequenzen hat das für Grönemeyer nicht: Die Ärztekammer stellte das Verfahren gegen ihn wegen Geringfügigkeit ein.

Gesundheit Von knapp zwanzig angeschriebenen Ärzten hätten nur zwei den Verdacht gegen Grönemeyer erhärten können, sagte Volker Heiliger, Sprecher der Ärztekammer. Diese hätten berichtet, Beträge zwischen 50 und 100 Euro von Grönemeyer bekommen zu haben.

Kopfprämien sind verboten

"Es handelt sich um eine berufsrechtliche Verfehlung", sagte Heiliger, aber wegen des geringen Umfangs habe Grönemeyer keine Sanktionen zu befürchten.

Bekannt geworden waren die Vorwürfe vor einem Jahr durch einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Darin war Grönemeyer vorgeworfen worden, sogenannte Kopfprämien zu zahlen. Das ist im deutschen Gesundheitssystem verboten.

Dietrich Grönemeyer gilt als einer der bekanntesten Ärzte Deutschlands. Er ist Verfasser mehrerer Gesundheitsratgeber, tritt regelmäßig im Fernsehen auf und war bis 2012 Lehrstuhlinhaber an der Universität Witten-Herdecke. (dor)