Medizinische Flüchtlingshilfe : "Kollektive Arbeit auf steinigem Weg"
Mit einem ungewissen Aufenthaltsstatus in Deutschland zu leben, oft an isolierten Orten, ohne Arbeitserlaubnis und mit eingeschränktem Zugang zu Deutschkursen und Medizin - „dies alles macht diese Menschen krank”, analysiert die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum.
Obendrein handele es sich ja nur um einen Teil: Tausende seien in den Wellen der Meere spurlos und anonym untergegangen.
Die Hilfsorganisation versucht, für diese Menschen da zu sein, ebenso wie für Folteropfer oder Überlebende von Krieg und Gewalt. Im vergangenen Jahr - so kann man es jetzt im 2008-Bericht lesen - haben mehr als 300 Menschen aus 31 Ländern diesen Flüchtlingssozialdienst aufgesucht. Die meisten kamen aus psychosozialen Gründen oder brauchten Hilfe bei asyl- oder aufenthaltsrechtlichen Problemen. Auch die aktuelle Bleiberecht-Regelung hat nämlich ihre Tücken, sagt Sprecherin Kirsten Ben Haddou: „Die Aufenthaltserlaubnis nach § 23 wird denen, die bis Ende 2009 keine Arbeit finden, die sie komplett von staatlichen Leistungen unabhängig macht, mit großer Wahrscheinlichkeit entzogen.”
Nach jahrelanger Begleitung und Unterstützung durch die Medizinische Flüchtlingshilfe hätten 38 Flüchtlinge im vergangenen Jahr eine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Allerdings hätten auch wegen „unerträglicher Belastungen” neun Klient/innen stationär im Krankenhaus oder sogar in der Psychiatrie behandelt werden müssen. „Was die Medizinische Flüchtlingshilfe erreichen konnte”, bilanziert Sozialarbeiter Hanif Hidarnejad, „ist das Ergebnis einer kollektiven Arbeit auf einem steinigen Weg.” Insbesondere einige Ärzte und Rechtanwälte hätten die Menschenrechtsarbeit unterstützt.












