Springe zur Hauptnavigation, zur Suche, zum Inhalt.

Suche
Hauptnavigation
Sie befinden sich hier:

Die Tücke des Objektes

Bochum, 15.07.2008, Von Sabine Vogt

Abbruchfirma bricht mit schwerem Gerät Öffnung in die Wand des alten Hochbunkers Exzenter-Hochhaus: Großteil der Büros sind bereits vermietet

Immer noch gewaltig: Einer der herausgetrennten Betonklötze.Jonglage mit tonnenschweren Betonbrocken. Am Dienstag wurde damit begonnen, die Öffnung im alten Hochbunker zu erweitern. Fotos: WAZ, Michael Korte Foto: WAZ

Der Versuch, in den Bunker an der Universitätsstraße eine Öffnung zu sägen, scheiterte bislang an den tonnenschweren Brocken. Das Loch, das stadtauswärts dann sichtbar wäre, muss so groß sein, dass ein Bagger hindurch passt, also etwa drei mal zwei Meter. Der Bagger soll dann im Inneren Treppen und Decken abbrechen.

Am vergangenen Freitag versuchte die Spezialbetonsägefirma Mann, einen neuen Haupteingang zu schaffen. Doch die 30 Tonnen herauszudrücken schaffte der Hydraulikzylinder nicht. Geschäftsführer Günter Mann: "Also beschlossen wir, den Brocken zu zerteilen."

Das geschah dann am Montag. Der Betonbrocken wurde in zwei Teile gesägt, doch auch diese Gewichte waren nicht zu verschieben. Ein Klotz verkeilte sich und ließ sich nicht mehr bewegen. Also mussten auch diese Brocken in kleinere Stücke zerteilt werden. Heute nun war es soweit, die - immer noch tonnenschweren - Klötze konnten herausgestemmt werden.

Die Abbruchfirma kämpft nicht nur gegen die Tücke des Objektes, sondern auch mit strengen Bauauflagen durch die Stadt. So ist übermäßiger Lärm an der Baustelle streng verboten. Links und rechts des Bunkers müssen für das Hochhaus-Projekt Anbauten abgerissen werden. Mit einem Baggermeißel wurde dies in Angriff genommen, was enormen Krach verursachte.

Anwohner beschwerten sich, die Baustelle wurde daraufhin vom Ordnungsamt erst einmal stillgelegt. "Jetzt überlegen wir, wie diese Betonteile geräuschlos entfernt werden können." Günter Mann neigt dazu, sie zu zersägen und mit Tiefladern abtransportieren zu lassen.

"Es gibt genug Firmen, die diesen zerbröselten Beton für den Straßenunterbau verwenden können." Eine zweite Möglichkeit wäre die so genannte chemische Sprengung. Dabei werden mehrere Kernbohrungen in kleinen Abständen in den Beton vorgenommen. Dann kommt dort Quellzement hinein, der sich binnen 24 Stunden derart ausdehnt, dass er den Brocken auseinanderreißt. Derzeit laufen Versuche mit diesem Verfahren, das laut Mann sehr aufwändig ist und zudem "auch ein Rechenexempel".

Für das Exzenterhaus liegt noch immer lediglich eine Teilabbruch-, nicht aber eine Baugenehmigung vor. Die aber, so hieß es von seiten der Stadt, sei eigentlich nur noch eine Formsache, weil Statikfragen geklärt werden müssten. Und so konnten vor rund drei Wochen die umfangreichen Abrissarbeiten beginnen, wobei teils ein Bagger auf dem Rundbunker stand (die WAZ berichtete).

Der eigentliche Baubeginn war für Herbst vorgesehen. Bislang halten sich die Verzögerungen noch im Rahmen. Das 15-stöckige Gebäude, das auf dem Rundbunker entstehen wird, soll zum Jahreswechsel 2009/2010 fertig sein und wird dann gut 5000 Quadratmeter Wohn- und Bürofläche bieten.

Die Bauherren, die Exzenterhaus Bochum GmbH & Co. KG, sind bezüglich der Vermarktung sehr zuversichtlich. Ein Großteil ist bereits vermietet, zudem lägen zahlreiche Anfragen vor. Dazu Thomas Durchlaub von der Exzenterhaus GmbH: "Wir liegen voll im Zeitplan, haben für den Abriss gute zwölf Wochen eingeplant, so dass der Bau wie vorgesehen starten kann. Die jetzigen technischen Tücken werfen uns nicht zurück."

In der Nachbarschaft des Bunkers aber ist das Projekt sehr umstritten. Anwohner wehren sich seit Monaten dagegen, befürchten Beeinträchtigungen ihrer Wohnqualität und haben juristische Schritte erwogen.

Über den Stand der Vermietung und weitere Hintergründen finden sich im Internet Informationen:

www.exzenterhaus.com

die Trackbacks werden geladen...
die Kommentare werden geladen...
das Kommentar-Formular wird geladen...
Suchen Sie Ihre Stadt
Ihre gemerkten Städte:
    Serie: Bochumer Strassennamen
    • Woher kommen die Bochumer Straßennamen und was bedeuten sie? In dieser Serie stellen wir Ihnen eine Auswahl der rund 1900 Bochumer Straßennamen vor.

      zur Serienseite...
    SchoolJam
    • DerWesten sucht in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium im Wettbewerb SchoolJam die beste Schülerband.

      Zum SchoolJam-Spezial
    Lokale Radionachrichten
    • Einfach anklicken und mithören.

    Umfrage

    Auf Zollverein hat Herbert Grönemeyer seine neue Revier-Hymne "Komm zur Ruhr" vorgestellt. Wäre nicht sein Klassiker "Bochum" der bessere Song?




    Bochums Tränenliste
    • Höhere Preise, weniger Service, reduzierte Stundenzahl in der Musikschule. Ungerupft kommt keiner davon. Das ist der Eindruck, wenn man sich die Sparvorschläge der Stadtverwaltung für ihre Kulturtreffs besieht. Diskutieren Sie mit!

      zum Forum...
    Bilderquiz Bochum
    • Versuchen Sie, die Bilderpaare mit möglichst wenigen Versuchen aufzudecken. Viel Spaß!

      zum Bilderquiz...
    Bundesliga-Tippspiel
    • Über 15.000 Spieler machen bereits mit. Treten auch Sie gegen Experten an - alleine oder im Team. Registrieren Sie sich beim großen Bundesliga-Tippspiel!

      Zum Tippspiel
    Kulturhauptstadt 2010
    • Videos, Fotos und Texte zur Kulturhauptstadt 2010 gibt’s auf dem DerWesten-Spezial.

      Zum Ruhr.2010-Spezial
    Das Ruhrgebiet aus der Luft
    • Fotograf Hans Blossey fliegt übers Ruhrgebiet und fotografiert, was die Kamera hergibt. Sehen Sie das Ruhrgebiet aus seiner Sicht - der Vogelperspektive!

      zu den Luftbildern...
    Meine Nachrichtenbox
    • Meine Nachrichtenbox

      Seien Sie immer auf dem neuesten Stand der Nachrichtenwelt, auch wenn Sie auf Ihrer eigenen Website unterwegs sind. Mit unserem Service können Sie kostenlos Nachrichten von DerWesten.de auf Ihrer Internetseite einbinden.

      weiterlesen...