Das aktuelle Wetter Bochum 18°C
Urteil

61-Jähriger muss wegen illegaler Munition 900 Euro Strafe zahlen

22.02.2012 | 16:47 Uhr

Bochum.Ein hemmungsloses Trinkgelage hat einem 61-jährigen Bochumer großen Ärger eingebrockt. Erst flog er aus einem Krankenhaus raus, dann gab es eine Wohnungsdurchsuchung - und am Ende auch noch 900 Euro Geldstrafe wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz (90 Tagessätze). Das Urteil sei „ein Warnschuss“, wie Richter Dr. Axel Deutscher gestern sagte.

Der arbeitslose Angeklagte hatte am 5. September bis zur Völlerei Alkohol in sich hineingeschüttet. Er hatte fast drei Promille. Bei einen Besuch im Krankenhaus randalierte er dann. Die Polizei warf ihn hinaus. Kurz darauf musste der Streifenwagen aber schon wieder zum Krankenhaus. Der Mann wurde draußen als „hilflose Person“ gemeldet. Diesmal brachten ihn die Beamten in seine Wohnung im Bochumer Osten.

„Hätten sie nicht gesoffen und im Krankenhaus randaliert, wäre das nicht passiert“

Als sie wieder wegfuhren, sahen sie aber, wie er auf dem Balkon stand und mit einer Deko-Schusswaffe hantierte. Die Polizisten machten kehrt und durchsuchten seine Wohnung. Das Ergebnis war verblüffend: Sie fanden im Mobiliar nicht nur mehrere (erlaubte) Deko-Waffen, sondern auch (nicht erlaubte) Patronen und ein Springmesser. Außerdem lag dort Munition, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt: eine Leuchtspurpatrone.

„Hätten sie nicht gesoffen und im Krankenhaus randaliert, wäre das nicht passiert“, sagte der Richter.

Der Angeklagte ist offenbar ein Waffennarr. Die Munition und das Springmesser will er im Laufe der Jahre unter anderem auf Flohmärkten erworben haben. Er sei ein Krimi-Fan, da habe er wissen wollen, wie Waffen in der Realität aussehen würden, hieß es vor dem Schöffengericht.

Zu den Patronen passende Waffen hatte er immerhin nicht besessen. Sonst hätte es wohl eine mehrmonatige Freiheitsstrafe gegeben.

Bernd Kiesewetter

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6390490/create

Umfrage
Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Kemnade in Flammen
Bildgalerie
Volksfest
Festival der Kulturen
Bildgalerie
Ruhr International
Festumzug in Linden
Bildgalerie
Schützen
Messerschrf geschliffen
Bildgalerie
Handwerk
Aus dem Ressort
Sechster Brand im selben Haus in Bochum
Feuerwehr
Zum sechsten Mal innerhalb kürzester Zeit hat es in einem Mehrfamilienhaus in Bochum-Hamme gebrannt. Diesmal stand ein Mülleimer in Flammen. Dank der Rauchmelder konnten sich alle Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Opel-Betriebsrat dankt Grönemeyer für seine Unterstützung
General Motors
Bei seinem Konzert in Bochum widmete Herbert Grönemeyer den Titel „Bochum“ den Opel-Beschäftigten. Auch zur Belgschaftsversammlung im von der Schließung bedrohten Werk hatte er ein Grußwort geschickt. Jetzt bedankte sich der Betriebsratsvorsitzende bei dem Sänger mit einem langen offenen Brief.