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52 Kilo Kokain brachten über sieben Jahre Haft

07.05.2008 | 15:40 Uhr

Bochumer (42) sprach von Kokosnüssen im Reisetrolley. Das Gericht glaubte ihm nicht

Bis zuletzt hatte der 42-jährige Bochumer behauptet, dass ein Unbekannter ihm die 18 Kilo Kokain in seinem Trolley am Flughafen untergejubelt habe. Er habe in den Trolley nur drei Kokosnüsse, drei besondere Steine und Holzschnitzarbeiten hineingetan. Aber das Landgericht glaubte ihm kein Wort. Das Urteil: Sieben Jahre und drei Monate Haft.

Die Unschuldsversion des Angeklagten, sagte Richter Volker Talarowski gestern, sei "absolut lebensfremd" und "eine Beleidigung" für den, der sie sich anhören müsse. Der Angeklagte halte das Gericht offenbar für wenig intelligent.

Insgesamt waren es sogar 52 Kilo Kokain, noch dazu sehr hochwertiges, die der 42-Jährige mit einem Komplizen (40) und einer Komplizin (23), alle ebenfalls aus Bochum, im vorigen August geschmuggelt hatte. Aus der Domenikanischen Republik hatten die drei in jeweiligen Trolleys als Handgepäck zweimal 18 und einmal 16 Kilo verstaut. Marktwert: über vier Mio E. Beim Einchecken am Flughafen in der Karibik soll ein Unbekannter mit Pistole im Gürtel aus einem Auto mit verdunkelten Scheiben ausgestiegen sein. Dann sollen drei Trolleys, die die Bochumer bereits bei sich hatten, gegen drei mit Kokain gefüllte Trolleys ausgetauscht worden sein. Als Kurierlohn sollen 10 000 E pro Kopf verabredet gewesen sein. Nach der Landung in Brüssel wurden der 42-Jährige und die Frau, Mutter einer Tochter (4), vom Zoll gefasst. Der Dritte konnte fliehen und ist bis heute untergetaucht. Er war der Freund der Frau. Sie war ihm quasi hörig, wie es im Prozess hieß. Die Frau war bereits Mitte März zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden.

Anders als der 42-Jährige war sie aber geständig. Sowas gibt Strafnachlass. Den bekam der Mann mit der Kokosnuss-Version aber nicht. Die Nüsse und Steine, sagte der ehemalige Taxifahrer, habe er als Illustration für Webdesigns gebraucht, die er machen wolle. Aber die Richter nahmen ihm das nicht ab. Wäre er damals wirklich arglos gewesen, hätte er zum Beispiel merken müssen, dass sein Trolley plötzlich so schwer war.

Der Staatsanwalt wollte sogar neun Jahre Haft. Der Angeklagte dazu: "Ich bin fassungslos." Das sei ja eine Strafe wie für einen Totschlag.

Von Bernd Kiesewetter

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Bochum