50 Mädels reisen zum Scrap-Booking in Wiemelhausen

Ina Burkhardt (26, links) und Janine Stemmler (24) aus Bochum sind noch Neulinge beim Scrapbooking.
Ina Burkhardt (26, links) und Janine Stemmler (24) aus Bochum sind noch Neulinge beim Scrapbooking.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum „Scrapbooking im Pott“ in Wiemelhausen kamen 50 Teilnehmerinnen. Einige fuhren 350 km bis zum Jugendheim. Boom-Trend aus den USA.

Bochum-Wiemelhausen.. Papier und Fotos liegen bereit, der Klebestift ist im Anschlag. Standard-Werkzeuge für erfahrene „Scrapper“, deren Koffer und Taschen mit weit ausgefalleneren Utensilien bestückt sind. 50 Teilnehmerinnen folgten dem Ruf von Organisatorin Cornelia Löffler (61) zum ausgebuchten zweiten Bochumer „Crop im Pott“ ins Jugendheim St. Johannes in Wiemelhausen.

„Think Pink – Das Leben ist grau genug“ lautete das Motto, und so gestaltete sich auch der Raum: rosa Süßigkeiten und pinke Decken auf den langen Tischreihen, an denen die Frauen, teilweise farblich passend gekleidet, entspannt werkelten und sichtlich Spaß hatten. Ein „Basteltreff“ sei die Scrapbooking-Zusammenkunft jedoch nicht: „Wir sind kreativ tätig“, legt Löffler Wert auf eine Abgrenzung.

Beim Trend aus den USA stehen meist Fotos im Mittelpunkt. „Diese klebt man auf Papierbögen, gestaltet um sie herum die Seite, verziert diese mit Accessoires und kann kurze Texte, ‚Journalings‘ genannt, sowie einen Titel ergänzen“, erklärt Löffler die Grundzüge ihrer großen Leidenschaft. Vorgaben gibt es nicht. Jede Seite ist individuell. Statt Fotos können z.B. auch Eintrittskarten genutzt werden. Die einzelnen Scraps (Schnipsel) vereinen sich so zu einem Ganzen, das Wände ziert, als Erinnerungen verschenkt oder in „Scrapbooks“ verewigt wird. Diese ähneln Fotoalben, werden allerdings häufig ebenfalls selbst gefertigt.

Bei den „Crops“, so die Bezeichnung der Treffen, herrscht deutschlandweiter Austausch. Christine Dammann ist mit zwei Freundinnen aus dem mehr als 350 Kilometer entfernten Elmshorn (Schleswig-Holstein) angereist: „Cornelias Blog hat uns inspiriert und war unser Einstieg in die Szene.“ Das Schöne sei, dass sich der Kontakt nicht aufs Virtuelle beschränke, sondern man sich wirklich kennenlerne. „Dieses Wochenende verbringen wir in Bochum, im nächsten Monat besucht Cornelia unseren ‚Crop zwischen den Meeren‘ in Langeln“, so Dammann. Die Scrapper seien eben ein „geselliges Völkchen und die Szene explodiert zurzeit geradezu“, freut sich Löffler über die Resonanz.

Scrapbooking überwindet Altersunterschiede

Die gemeinsame Tätigkeit baut nicht nur geographische Brücken, sie überwindet auch Altersunterschiede. Teilnehmerinnen zwischen 14 und 65 Jahren stempeln und stanzen, verarbeiten Nieten, Sternchen, Buchstaben und andere sogenannte „Embellishments“. Heike Hülle-Bolze teilt ihr Hobby zu Hause mit ihren Töchtern (sechs und acht Jahre), Löffler begeisterte ihre Auszubildende Ina Burkhardt (26) fürs Scrapbooking: „Bei den Crops duzen sich alle“, charakterisiert Burkhardt die lockere Atmosphäre. Ein Wiedersehen für 2016 in Wiemelhausen ist bereits fest eingeplant.