36-jähriger Bochumer soll Teenager tagelang gequält haben

Foto: Ingo Otto
Was wir bereits wissen
Ein Bochumer (36) soll eine 16-Jährige, die er im Internet kennengelernt hatte, drei Tage lang in seiner Wohnung festgehalten und vergewaltigt haben.

Bochum.. Sollten sich die Anklagevorwürfe im Prozess als zutreffend herausstellen, dann hätte die 16-jährige Jugendliche ein Martyrium erlitten. Drei Tage lang soll sie von einem 36-jährigen Bochumer in seiner Wohnung in der westlichen Innenstadt festgehalten, übelst misshandelt und mehrfach vergewaltigt worden sein. Die beiden, erklärte das Landgericht am Montag auf WAZ-Anfrage, sollen sich in einem Internet-Chat kennengelernt haben.

Ab 5. März steht der mehrfach vorbestrafte Mann vor der 3. Strafkammer. Der Fall wiegt so schwer, dass sogar einer der bekanntesten forensischen Psychiater Deutschlands, Prof. Norbert Leygraf, den Angeklagten begutachtet.

Mit Zigarette und Feuerzeug gequält

Die 16-Jährige und der Bochumer - so der Vorwurf der Anklage - hatten sich am 17. November 2014 am Bochumer Hauptbahnhof verabredet und waren in seine Wohnung gegangen. Nach dem gemeinsamen Konsum von Joints und später Amphetaminen soll der Mann die junge Frau dann mit Schlägen ins Gesicht zu sexuellen - und teilweise besonders perversen - Handlungen gezwungen haben. Nur aus Angst vor weiterer Gewalt habe sich das Opfer gefügt. Er könne sie auch totschlagen, wenn er wolle, soll der Angeklagte gedroht haben. Oder auch durch andere Männer missbrauchen lassen und zur Prostitution zwingen. Einmal soll er die 16-Jährige sogar geschlagen haben, weil sie ihm nicht genug „Gefühle“ gezeigt habe. Außerdem ist in der Anklage von einer brennenden Zigarette und einem heißen Feuerzeugaufsatz die Rede: Damit soll der Mann die junge Frau auf ihrem Oberschenkel gequält haben.

Ein Fluchtversuch scheiterte der Anklage zufolge ebenfalls an der Gewalttätigkeit des Mannes. Am 20. November konnte die 16-Jährige aber doch entkommen: Auf einem Parkplatz an der Diekampstraße soll sie einen günstigen Moment ausgenutzt haben, um sich einem Zeugen anzuvertrauen. Noch am selben Tag kam der Beschuldigte in Haft, wo er bis heute sitzt. Der Mann soll nur geringfügig geständig sein.