Das aktuelle Wetter Bochum 8°C
Schöffengericht

11.400 Euro gestohlen - doch der Täter wird nicht bestraft

24.05.2012 | 10:24 Uhr
11.400 Euro gestohlen - doch der Täter wird nicht bestraft

Bochum.   Ein spielsüchtiger Mann (48), der 11.400 Euro von seiner Lebensgefährtin gestohlen hatte, kann nicht bestraft werden. Grund: Die Frau nahm im Gerichtssaal den Strafantrag zurück. Das hätte sie schon vorher getan, wenn die Polizei ihr nicht eine falsche Auskunft gegeben hätte.

Obwohl ein 48-jähriger Mann aus dem Schrank seiner Lebensgefährtin (51) in Bochum insgesamt 11.400 Euro gestohlen hatte, wird er nicht bestraft. Er stand am Donnerstag vor dem Schöffengericht. Doch die Richter stellten das Verfahren nach nur einer halben Stunde ein. Grund: Er ist zwar in Herne gemeldet, lebte aber in häuslicher Gemeinschaft mit der Geschädigten in Bochum. Und die nahm ihren Strafantrag im Prozess wieder zurück. Bei einer solchen Konstellation kann das Gericht den Täter nicht mehr verurteilen. Die Prozesskosten trägt die Landeskasse.

Der Angeklagte ist spielsüchtig. Er nennt sich selbst einen „Quartalsspieler“: Immer wenn jemand aus seinem Umkreis sterbe, gehe er an Automaten in Spielhallen. „Ich gehe Wochen, Monate, Jahre daran vorbei und schmeiße keinen Cent rein“, sagte er. Nur nach einem Todesfall spiele er dann wie wild.

Im Dezember 2010 und im November 2011 war dies offenbar der Fall. Er stahl seiner Partnerin einmal 7400 Euro und einmal 4000 Euro. „Ich habe das Bargeld immer nach und nach aus dem Schrank geholt.“ Alles Geld verzockte er.

„Dann hat ihnen die Polizei eine falsche Auskunft gegeben“

Nach dem zweiten Diebstahl war er kurzzeitig abgetaucht. Die Frau erstattete einen Strafantrag, auch für den ersten Fall. Weil sie ihm dann aber verziehen hatte, wollte sie den Strafantrag zurücknehmen. Die Polizei habe ihr gesagt, erklärte sie vor Gericht, dass das jetzt nicht mehr gehe. „Dann hat Ihnen die Polizei eine falsche Auskunft gegeben“, sagte Richter Werner Pattard. Daraufhin nahm die Frau ihren Strafantrag noch im Gerichtssaal zurück. „Wenn ich gewusst hätte, dass das möglich ist, hätte ich ihn längst zurückgenommen.“

Täter und Opfer sind weiterhin ein Paar. Der Schaden wird wohl bleiben. Die Frau: „Er will versuchen, das Geld zurückzuzahlen, aber ich denke mal...“ Dann brach der Satz ab, denn ihr Partner, ein arbeitsloser Straßenbauer, lebt von Hartz IV. Der Richter ergänzte: „Weg ist weg.“

Der Angeklagte will jetzt eine Therapie gegen die Spielsucht machen. Der Richter ermahnte ihn eindringlich dazu. Für den Fall, dass er dies nicht täte, meinte der Richter zu der Zeugin: „Sie haben die Erlaubnis, ihn irgendwo hinzutreten.“ Er beeilte sich dann aber hinzuzufügen: „Natürlich nur im übertragenen Sinne.“ Die Frau: „Schade.“

Bernd Kiesewetter



Kommentare
24.05.2012
23:45
11.400 Euro gestohlen - doch der Täter wird nicht bestraft
von Xavinia | #3

Wie kann man denn so blöde sein???
Die Frau hat nichts Besseres verdient.

24.05.2012
21:19
11.400 Euro gestohlen - doch der Täter wird nicht bestraft
von Poirot | #2

Zitat: "Weil sie ihm dann aber verziehen hatte, wollte sie den Strafantrag zurücknehmen"

Manche Frauen habens auch einfach nicht besser verdient. Und der Spruch des Richters zeigt mal wieder, wie unsere Justiz so drauf ist.....

24.05.2012
18:38
11.400 Euro gestohlen - doch der Täter wird nicht bestraft
von MAYDAY | #1

In Zukunft sollte die Frau ihr Geld lieber bei der Bank lassen und dafür sorgen das der Mann keine Zugriffsberechtigung auf irgendwelche Konten erhält .

Aus dem Ressort
Nach Starkregen stürzten viele Bäume in Bochum um
Unwetter
Nach einem heftigen Regen sind am Montagmittag wieder zahlreiche Bäume im Stadtgebiet umgestürzt. Die Feuerwehr musste zehn Einsätze fahren, darunter einen spektakulären. Auch der Bahnverkehr war durch die Unwetterschäden sehr stark beeinträchtigt.
Berechnung der Abfindungen bei Opel stimmt nicht
Wirtschaft
3000 Opelaner nahmen an der vorletzten Betriebsversammlung im Werk Bochum teil. Verärgert waren sie darüber, dass kein Vertreter aus der Unternehmensleitung mit ihnen das Gespräch suchte. Es ging unter anderem um die Höhe der Abfindungen für die ausscheidenden Beschäftigten.
Theaterwissenschaftler treffen sich an der Ruhr-Universität
Kongress
Der 12. Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft findet vom 25. bis 28. September an der Ruhr-Universität statt. Mehr als 300 Teilnehmer werden ab Donnerstag erwartet. Zur Eröffnung geht es in die Innenstadt.
Bochumer Publikum applaudiert kurz, aber kräftig
Bühne
In den Kammerspielen inszeniert Alexander Riemenschneider Peter Handkes Frühwerk „Die Unvernünftigen sterben aus“. Ein schwieriges Unterfangen, denn, was den Figuren in den Mund gelegt wird, sind abgründige Texte, Thesen, Gedankenblitze, zuweilen zu aberwitzigen Dialogen geformt.
Unwetter: Regionalexpress-Züge in Duisburg evakuiert
Bahn
In Duisburg mussten am Abend drei Regionalzüge evakuiert werden, nachdem einer der Züge von einer herabfallenden Oberleitung getroffen wurde. Verletzt wurde offenbar niemand. Umgestürzte Bäume hatten am Montag den Zugverkehr im ganzen Ruhrgebiet teilweise zum Erliegen gebracht.
Umfrage
Ab dem 1. Oktober stellt die Stadt Bochum 220 kostenfreie zusätzliche Park & Ride-Plätze auf dem Unger-Gelände zur Verfügung. Das soll die Herner Straße entlasten. Pendler sollen dort in den ÖPNV umsteigen. Was halten Sie davon?

Ab dem 1. Oktober stellt die Stadt Bochum 220 kostenfreie zusätzliche Park & Ride-Plätze auf dem Unger-Gelände zur Verfügung. Das soll die Herner Straße entlasten. Pendler sollen dort in den ÖPNV umsteigen. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Die Beverstraße
Bildgalerie
Straßenserie
Hundeschwimmen im Wellenfreibad
Bildgalerie
Premiere
Hafenfest der Schiffsmodellbauer
Bildgalerie
Modellbau
Per Parkour auf die große Bühne
Bildgalerie
Urbanatix