Demonstration
100 Reha-Ärzte beteiligen sich an Protestaktion
05.01.2010 | 17:41 Uhr 2010-01-05T17:41:00+0100
Bochum. Die Mediziner an den Reha-Kliniken und in den Verwaltungsstellen der Deutschen Rentenversicherung fordern eine bessere Bezahlung. Rund 100 Ärzte beteiligten sich an der zentralen Kundgebung vor der Hauptverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.
Die Mediziner-Dichte im Ehrenfeld war am Dienstag besonders hoch: Knapp 100 Ärzte aus ganz Deutschland hatten sich vor der Hauptverwaltung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Knappschaft-Bahn-See versammelt, um für eine bessere Bezahlung zu demonstrieren. Es geht in diesem Fall um die Ärzte an den Reha-Kliniken und in den Verwaltungsstellen der Deutschen Rentenversicherung. „2 000 Ärzte sind deutschlandweit betroffen”, sagt Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender der Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund.
Nach seinen Worten liege die Bezahlung um etwa ein Zehntel unter dem Gehalt der Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern. „Wir fordern arztspezifische Tarifverträge und Arbeitsbedingungen, die in kommunalen Kliniken üblich sind”, so Botzlar. Die Arbeitgeber verweigerten bislang eine Gleichstellung der DRV-Ärzte. „Kliniken, die einen Tarifvertrag mit dem Marburger Bund abgeschlossen haben, finden leichter qualifiziertes Personal und haben wesentlich weniger Probleme mit dem Ärztemangel”, sagt Botzlar, der außerdem von „halsstarrigen Direktoren der Deutschen Rentenversicherung” spricht.
Weitere Ärzte steckten in Zügen fest
Zum Tarifbereich der Deutschen Rentenversicherung gehören die Deutsche Rentenversicherung Bund, die Tarifgemeinschaft der Deutschen Rentenversicherung und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See mit Sitz in Bochum, wo sich die Ärzte gestern Mittag zur Kundgebung getroffen hatten. Allerdings mussten die Protestler auf weitere Unterstützung länger warten. Etliche Kollegen waren noch auf den Bahnstrecken hängen geblieben, vor allem die Ärzte aus Richtung Berlin und aus Süddeutschland verspäteten sich. Insgesamt wurden im Laufe des Tages 200 Ärzte erwartet.
Mit Transparenten („Für chronisch Kranke nur Billigärzte”), Trillerpfeifen und einer ordentlichen Portion Wut im Bauch drehten die Mediziner eine Demonstrationsrunde um den Häuserblock. Später trafen sich noch Ärztesprecher im Bergmannsheil zu einer weiteren Absprache der Vorgehensweise. „Ich gehe davon aus, dass sich unsere Aktionen noch länger fortsetzen werden”, sagt Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes.
Den Druck erhöhen
Der Druck solle erhöht werden, diese erste große Aktion im Jahr 2010 sei ein weiterer Schritt. Insgesamt kämpfen die Reha-Ärzte schon seit einem Jahr für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld. „Wir streuen punktuell Sand ins Getriebe”, so formuliert es Andreas Botzlar. Der Tag gestern sei extra so ausgewählt worden, dass im Arbeitsbetrieb an den Reha-Kliniken deutschlandweit etwas von der Aktion zu spüren gewesen sei: Dieser Tag sei ein Aufnahmetag an vielen Kliniken gewesen – mit einem entsprechend hohen Arbeitsaufkommen in den Häusern.
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