100 Jahre TuS Kaltehardt sollen lange nicht das Ende sein

Stolze 100 Jahre alt wird der TuS Kaltehardt in diesem Jahr, an Altersschwäche leidet der Club an der Urbanusstraße aber noch lange nicht – ganz im Gegenteil. „Wir sind in der Chefetage jung besetzt und haben unsere Erbläufer bereits eingesetzt“, sagt Ehrenpräsident Reinhard Siepmann (66). Sascha Schwefer ist einer der jungen Ideengeber, er ist mit 39 Jahren zweiter Vorsitzender und Abteilungsleiter Fußball. „Wir sind ein junges Team, das sich aus dem Verein heraus gebildet hat.“

Drei Abteilungen hat der TuS: Fußball, Billard und Junioren. „Die Jugendabteilung der Fußballer ist autark. Die Jugendlichen sind die Zukunft des Vereins“, erklärt Schwefer. Bis auf einen Jahrgang stellt der Club in jeder Jugend mindestens eine Mannschaft. Knapp 100 Jugendliche spielen für Kaltehardt, an die 300 Mitglieder hat der Verein insgesamt. Die Senioren kicken in der Kreisliga A1, mit Ambitionen nach oben. Aktuell sind sie Tabellenführer. „Wir sind zweimal aufgestiegen in den letzten drei Jahren und wollen uns perspektivisch in der Bezirksliga halten“, sagt Schwefer.

Auch die Billard-Abteilung kann stolz auf ihre Geschichte zurückblicken, spielte lange Jahre Bundesliga. Aus finanziellen Gründen erfolgte vor einigen Jahren der Rückzug. Aktuell spielt Kaltehardt wieder in der Zweiten Liga. Die Sportart hat leicht zurückgehende Zahlen, weswegen der Verein Kennenlern-Tage einrichtet. „Dem Verein geht es gut“, sagt Siepmann.

Das war nicht immer so. Zeitweise war der TuS in den 1970er Jahren fast von der Bildfläche verschwunden, auch ein Brand setzte dem Verein kurz vor der Jahrtausendwende zu. Doch die Kaltehardter haben sich immer wieder zusammengerauft. Damals nach dem Brand haben sie ein neues Vereinsheim mit großer Gastronomie hochgezogen, dazu einen Deal mit der Stadt gemacht, der ihnen einen Kunstrasenplatz bescherte. Die Gastronomie ist verpachtet, an der Hypothek für das Vereinsheim muss der Club circa 12 Jahre zahlen. Nach einem finanziellen Tal vor sechs Jahren, läuft die Finanzierung wieder nach Plan.

Auch die Fusion mit dem Billardverein „Unter Uns Langendreer“ hat den Mehrspartenverein langfristig überlebensfähig gemacht. „Da treffen natürlich zwei Welten von Kulturen aufeinander, aber wir wachsen zusammen“, sagt Siepmann, der mit sechs Jahren in Kaltehardt angefangen hat: „Früher herrschten ganz andere Verhältnisse. Da haben wir im Garten der Wirtschaft mit Laternenlicht auf ein Tor gespielt. Heute müssen wir einen ganz anderen Aufwand betreiben, um den Verein am Leben zu erhalten.“

Der Verein hat bewegte Zeiten hinter sich, aktuell aber stehen die Hundert-Jahr-Feierlichkeiten im Vordergrund. Siepmann, der Visionär und Anschieber, sitzt dem Festausschuss vor. Die ersten Korken haben schon geknallt, bei der Silvesterparty, nach der Ausrichtung der Vorrunde der Hallenmasters und bei der Ehrungsfeier. Highlights gibt es das ganze Jahr über, vom traditionellen Osterfeuer über den Besuch von Frank Goosen bis zum Finale, der großen Geburtstagsparty im September. Auch der VfL Bochum wird in diesem Jahr noch zu einem Jubiläumsspiel gegen Kaltehardt antreten. Dann wollen die Fußballer beweisen, was ihren ganzen Verein auszeichnet, wie Siepmann sagt: „Zusammenhalt und Identifikation.“