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007 lässt grüßen: Gerd Uhle wird 80

22.09.2012 | 07:01 Uhr
007 lässt grüßen: Gerd Uhle wird 80
Hannibal-Center-Gründer Gerd Uhle vor seinem Einkaufszentrum in Bochum-Riemke.Foto: INGO OTTO

Bochum.   In Bochum als Kind 1942 evakuiert nach Mecklenburg-Vorpommern, dann mit zwölfeinhalb auf der KGB-Schule in Moskau gelandet: Gerd Uhle, Gründer des Hannibal-Centers, kann viel erzählen aus seinem bewegten Leben. Am Sonntag wird er 80.

„Wenn ich 80 bin, arbeite ich nur noch sechs Tage in der Woche“, lacht Gerhard Uhle mit tiefer Stimme und, wie er da an seiner Kuba-Zigarre zieht, schaut er ein wenig drein wie Hollywoods Film-Haudegen Lee Marvin. Ab Montag also nur noch sechs Tage. Denn Sonntag wird Uhle, der Erbauer des Hannibal-Centers , 80 Jahre alt. Ob der KGB davon weiß?

Wie turbulent sich sein Leben entfalten würde, schwante dem kleinen Gerd von der Johannes-straße/Ecke Gartenkamp in Riemke schneller als ihm lieb war. Gerade mal zehn Jahre alt, wurde seine Familie evakuiert. Es verschlug sie nach Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern. Sein Vater Ludger war dort stationiert, ein Fregattenkapitän, betraut mit Sonar- und U-Boot-Forschung.

Vater war Sozialdemokrat

„Mein Vater war ein Kämpfer“, sagt Gerd Uhle voller Respekt. Der Vater: Ein Sozialdemokrat, der im zweiten Weltkrieg dem Kreis um Graf Stauffenberg nahe gestanden habe, der sich mit Pastoren zu konspirativen Sitzungen traf, auch zu „Saufabenden“. Sein Sohn erinnert sich: „ Als 1945 die Russen in Neustrelitz einmarschierten, kam mein Vater in englische Gefangenschaft. Da wurde er weiter in der Sonarforschung eingesetzt.“

Und er selbst? - „Wir haben nur einen Tieffliegerangriff mitgemacht“, sagt Gerd Uhle. „Dann war ich Leichenbestatter, von den Russen abkommandiert. Mit sechs anderen Jungs haben wir Wasserleichen in die Massengräber gebracht. Den Geruch habe ich noch heute in der Nase. Dann wurde ich Speisträger, das russische Ehrenmal wurde gebaut.“

Als sowjetischer Offizier in der DDR

Er musste nicht allzu lange Speis schleppen. „Mit zwölfeinhalb wurde ich nach Moskau zur Ausbildung geschickt.“ Später auf die KGB-Hochschule. Als er in der 50er Jahren in Berlin auftauchte, war Uhle sowjetischer Offizier. Mit dem Auftrag, u. a. die kasernierte Volkspolizei der DDR zu schulen: „Noch heute kann ich Lenin vorwärts und rückwärts auf russisch zitieren.“

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