Unser Mann für die Speerwurf-WM in Jyväskylä
08.02.2012 | 18:27 Uhr 2012-02-08T18:27:00+0100
Bergkamen. Jyväskylä. Das ist das Ziel des 53-jährigen Joachim Seiffert aus Bergkamen. Denn in der finnischen Universitätsstadt mit dem unaussprechlichen Namen finden im April die Senioren-Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt.
Jyväskylä. Das ist das Ziel des 53-jährigen Joachim Seiffert aus Bergkamen. Denn in der finnischen Universitätsstadt mit dem unaussprechlichen Namen finden im April die Senioren-Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt.
In der Halle (im April ist es immer noch sehr kalt in Finnland) werden Menschen aus allen Ländern dieser Erde knapp eine Woche lang im Laufen, Stabhochsprung oder Diskuswurf gegeneinander antreten. Am letzten Tag, am 8. April, ist Joachim Seifferts Disziplin an der Reihe. Der Speerwurf.
50 bis 60 Meter weit werfen die Männer seiner Altersklasse, der M 50 (50 bis 55 Jahre). Da stünden seine Chancen bei der Weltmeisterschaft gar nicht schlecht, schätzt Seiffert. „Unter die letzten Acht will ich schon kommen.“
Er kann es. Bewiesen hat er es letztes Jahr, als er bei den Deutschen Meisterschaften Zweiter wurde. Dabei arbeitet Seiffert erst seit drei Jahren mit dem Speer. Vorher hat er körperlich im Bergbau gearbeitet. Als Steiger. Doch dann kam die Anpassung. Mit 50 war Seiffert plötzlich Rentner. „Da musste ich mir doch ein neues Standbein suchen“, erzählt der Bergkamener. Fündig wurde er eher zufällig bei seinem Verein, dem SuS Oberaden, wo er auch als Übungsleiter des Lauftreffs aktiv ist. Dort nahm er vor drei Jahren erstmals am Sportabzeichen-Wettbewerb teil. „Und ich merkte sofort, dass mir der Speer liegt. Es ist einfach toll, wie er fliegt“, erzählt Seiffert begeistert. Und verschmitzt ergänzt er: „Bei diesem Sport muss man auch nicht besonders auf die Ernährung achten. Da hilft es sogar, wenn man etwas schwerer ist. Hauptsache, die Ausdauer, die Kondition und die Schnelligkeit stimmen.“
Damit diese stimmen, bereitet sich Seiffert derzeit sechs Mal in der Woche auf die WM-Teilnahme vor. Zweimal in der Woche trainiert er mit den anderen Werfern des SuS. „Darüber hinaus stellt die Stadt Bergkamen ihrem WM-Teilnehmer Übungszeiten in der Oberadener Sporthalle zur Verfügung. Hinzu kommt das Krafttraining mit Trainer Albrecht Piske.
„Wo ich sportlich stehe, sehe ich im März“, sagt Seiffert. Dann will er bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt antreten, bevor der Feinschliff für Jyväskylä beginnt.
Flug und Unterkunft muss der Sportler, der seine Frau mitnimmt, selbst bezahlen. Lediglich an der vorgeschriebenen Sportkleidung – dem Trikot mit den deutschen Farben – beteiligt sich der Leichtathletikverband. Seiffert nimmt das sportlich. „Meine Frau und ich werden ja auch noch ein paar private Tage in Finnland dranhängen und Sightseeing in Helsinki machen.“
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