Turmarkaden: Bald Ende des Leerstandes?
17.04.2009 | 18:11 Uhr 2009-04-17T18:11:00+0200Bergkamen. (bu) Nicht nur der Leerstand der Turmarkaden hält die Eigentümer in Atem. Auch die Fassade bröckelt durch mutwilligen Vandalismus. In beiden Fällen soll nun etwas unternommen werden. Mit bislang mehr oder weniger Erfolg.
Erfolglos blieben bis dato alle Versuche, die nicht weniger als 8.500 ehemals von Wal Mart gefüllten Quadratmeter wieder mit Geschäftsleben zu füllen. „Ende April ist es nun schon zwei Jahre her, dass Walt Mart raus ist”, erinnert sich der Verwalter der Problem-Immobilie, Michael Kost. Seither hat sich kein Interessent gefunden, der hier wieder frischen Verkaufswind in die leeren Wal Mart-Winkel bringt. Zuletzt scheiterte die Ansiedlung eines Elektronikmarktes. Die aktuelle Finanzkrise und die nicht gerade verlockende Kaufkraft vor Ort sind weitere Hemmschuhe für alle Versuche einer Neubelebung. Nun ändert die Eigentümerin, die Archon Group, offenbar die Strategie.
Ein Architekt ist beauftragt worden, Pläne für den ehemaligen Kassenbereich des einstigen Einzelhandelsriesen zu erstellen. Statt heruntergelassener Rolladen und gähnender Leere sollen die Besucher der Turmarkaden hier künftig im Optimalfall auf drei weitere Ladenlokale stoßen. Ebenfalls mit Leben gefüllt werden soll der 1.500 qm große Bereich zwischen Deichmann und dem Ausgang. „Die Pläne sind bereits erstellt”, bestätigt Michael Kost. „Aktuell wird mit potenziellen Interessenten verhandelt.” Alle Beteiligten hoffen, dass womöglich in 4 Wochen bereits erste erfreuliche Ergebnisse das triste Innenleben erheblich wandeln.
Einen langen Kampf hat Michael Kost auch in Sachen Fassade seines Immobilien-Schützlings hinter sich. „Gerade in den letzten Monaten sind die Keramikplatten an der rückseitigen Fassade immer wieder zerstört worden”, schildert er die nicht zu übersehenden Folgen von Vandalismus. Oft genug wird er in Disco-Nächten von entnervten Nachbarn angerufen, weil unertägliches Scheppern sie aus dem Schlaf reißt. „Schon zum 2. Mal sind zudem die Schranken herausgerissen worden”, ärgert sich Kost.
Der Verwalter hat sich schon mehrfach auf die Lauer gelegt, um die Übeltäter zu stellen – ohne Erfolg. Inzwischen sollen sich gar mit Kieselsteinen bewaffnete Schüler auf dem Schulweg an der allgemeinen Zerstörungswut beteiligen. Nach langer Suche hat Michael Kost eine Firma gefunden, die Kunststoffplatten in verschiedenen Farben herstellt. Mit den robusten Alternativen wäre mancher Schaden längerfristig zu vereiteln, ist er überzeugt. Allerdings: „Die Stadt verweist auf einen städtebaulichen Vertrag, der seinerzeit mit dem Investor abgeschlossen wurde und auf ihr darin verankertes Mitspracherecht”, betont Kost. Mehrere von ihm vorgelegte Farbvarianten der Kunststoffplatten, die er für den unteren Fassadenbereich vorgesehen hat, legte er den Verantwortlichen im Rathaus bereits vor – ohne auf große Gegenliebe zu stoßen. „Hier finden derzeit ebenfalls intensive Gespräche statt”, betont Michael Kost.
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