Traum von Tauchschule in Spanien erfüllt
22.11.2009 | 09:17 Uhr 2009-11-22T09:17:00+0100
Bergkamen. „Meine Familie und Freunde waren nicht wirklich überrascht über meine Entscheidung. Die kennen mich zu gut”, erzählt Ingo Stoltefuß. Dabei war es eine sehr einschneidende Entscheidung, als er vor über 15 Jahren beschloss, als Tauchlehrer in Spanien zu arbeiten.
Es war eine sehr einschneidende Entscheidung, als Ingo Stoltefuß vor über 15 Jahren beschloss, seinen Lebensmittelpunkt zumindest für eine Hälfte des Jahres nach Spanien zu verlegen, um als Tauchlehrer zu arbeiten.
Der 46-Jährige ist in der Region tief verwurzelt. Seine Eltern betrieben die Gastronomie im Kamener Hallenbad, er selbst spielte seit seiner Jugend Wasserball – und das mit Erfolg: „Ich war in der Bundesliga”, berichtert er.
»Ich bin ausgestiegen und wusste, dass ich dort leben kann.«
Nach dem Abitur studierte er Sportwissenschaften an der Uni Münster. Anfang der 90er gab ihm eine Fahrt mit Kommilitonen den Grund, sein Leben umzukrempeln. Die Reise führte in das malerische Fischerdorf Cadaqués an der Costa Brava, aus dem Salvatore Dali´ stammt und das der Maler in vielen Bildern verewigt hat. „Ich bin ausgestiegen und wusste, dass ich dort leben wollte”, erinnert er sich. Anders als bei vielen anderen, die diesen Wunsch nicht in die Realität umsetzen, zog er es durch: Er heuerte bei der Taucherschule an, bei der er seine Fähigkeiten und Scheine in der Urlaubswoche aufgefrischt hatte. Immer im Sommersemester tauchte er durch die Fluten, statt im Hörssal zu sitzen. Das Studium führte er vorerst weiter.
Seine Familie war von der Veränderung zunächst nicht begeistert: „Aber sie wussten, dass mich nichts von meiner Entscheidung abbringen kann. So haben sie mich unterstützt.” Nach drei Jahren machte er sich selbsständig. Kurzzeitig dachte er auch daran, ein Haus zu bauen. Mit einem belgischen Kunden hatte er ein Grundstück gekauft. Die Finanzierung scheiterte aber.
Die finanzielle Lage war nicht immer einfach, weil Cadaqués nicht den Massentourisimus anzieht. „So kam ich allerdings auch zu meiner Zeit auf Tobago”, erinnert sich Stoltefuß. In Spanien reicht die Saison von Ostern bis November. Später im Jahr fragte ihn ein Freund um Hilfe bei einer Tauchschule auf der Insel. „Das Leben dort entspriricht zum Großteil den Klischees: Rastas und Reggae”, berichtet er schmunzelnd.
Doch auch diese Arbeit half letztlich nicht. „Ich habe alles versucht, um in Cadaqués bleiben zu können. Doch das Geld reichte nicht.” Ein Freund führte eine Tauchschule in Ciutadella auf Menorca, direkt daneben gab es eine weitere. „Die habe ich übernommen, wir haben dann beide zusammengelegt.” Das ist nun drei Jahre her. Bisher läuft es gut. „Wir haben Arbeitsteilung”, erklärt Stoltefuß. Er ist für das Werben von gewöhnlichen Touristen zuständig, es gibt Kooperationen mit Hotels und Reiseveranstaltern. Sein Partner betreut die Profis.
Passiert ist bei den Tauchgängen nie etwa Gravierendes. Dafür garantiert unter anderem, dass Anfänger individuell betreut werden. Er bietet auch einen Tauchgang in eine Tropfsteinhöhle an. „Die Mühe lohnt sich”, sagt er mit einem Funkeln in den Augen.
Nach Deutschland kehrt er immer in den Wintermonaten zurück. „Dann muss ich nichts tun”, erklärt er. Das hat er sich verdient, schließlich arbeitet er in den anderen Monaten an sieben Tagen in der Woche. Hier besucht er seine Familie und Freunde. Seine Freundin arbeitet in Herzogenaurach. Gemeinsam verbringen sie die Monate und auch den Urlaub, natürlich in Ciutadella, wo sie sich mittlerweile ein Haus zugelegt haben. Ob er irgendwann ganz in Spanien bleiben, oder in sein Heimatland zurückkehren wird, das weiß er noch nicht zu beantworten.
10:36
Meinen Glueckwunsch zu dieser Entscheidung!! Ich kann gut nachvollziehen, was Sie dazu gebracht hat, hier in Spanien zu leben und ich erlebe es momentan auch, wie schwierig es ist, hier eine Selbststaendigkeit zu erreichen. Wir wohnen nun auch schon 7 Jahre an der Costa Daurada und so langsam entwickelt sich unser Geschaeft ( Airbrush ). Aber es ist ein langer Weg dorthin, den man mit sehr viel Kraft gehen muss. Andererseits ist dieser Weg aber auch von sehr viel Freundlichkeit und Hilfe der Menschen hier in Spanien begleitet. Anders als in Deutschland wird hier nicht so neidisch auf den anderen geschaut, was das Leben hier viel einfacher und angenehmer macht.
Ich wuensche Ihnen fuer die Zukunft alles erdenklich Gute und hoffe, das Sie Ihre Entscheidung niemals bereuen werden ( was ich mir auch kaum vorstellen kann )
R. S.
Pobla de Montornes/Tarragona