Polizei plädiert für Hauptschule
01.06.2011 | 18:06 Uhr 2011-06-01T18:06:00+0200
Bergkamen. Das Kapitel „Hauptschule“ haben Politik und Verwaltung abgeschlossen, nicht aber die Bergkamener Bezirksbeamten. „Uns trifft das ganz persönlich“, erklärte Mike Stendel im Jugendhilfeausschuss, dem er jetzt als Vertreter der Polizei angehört.
Stendel sieht vor allem das in seinen Augen überaus erfolgreiche „Schulschwänzer-Projekt“ gefährdet, das verhindern soll, dass Jugendliche in die Kriminalität abrutschen. Ein Ziel dieses Projekts ist es, Schülerinnen und Schüler wieder zum regelmäßigen Schulbesuch zu bringen. „Das nützt aber nichts, wenn da nichts ist, an dem sie teilnehmen könnten“, klagte Stendel.
Im Blick hat er vor allem die sogenannten BuS-Klassen (BuS = Beruf und Schule). Hier besuchen die Schülerinnen und Schüler, die Probleme haben, den Lernstoff zu bewältigen, an zwei Tagen in der Woche den Unterricht, die übrige Zeit verbringen sie in einem Betriebspraktikum.
BuS-Klasse nicht an Schultyp gebunden
„Für viele BuS-Schüler ist das eine der wenigen Chancen, in ein normales Berufsleben zu starten“, meinte Stendel. Vor allem würden die Jugendlichen dadurch wieder an einen geregelten Tagesablauf gewöhnt, der ihnen in ihrer Schulschwänzerphase abhanden gekommen sei.
Wenn es nun unmöglich sei, die Bergkamener Hauptschule zu erhalten, so sollte wenigsten vor Ort eine „BuS-Klasse“ erhalten bleiben. Die Jugendlichen jetzt zu einer Hauptschule in den Nachbarstädten zu schicken, sei eine sehr schlechte Lösung.
Dass die BuS-Klasse der Hellweg-Hauptschule einen sehr guten Ruf genießt, bestätigte auch der Leiter des Bergkamener Schulverwaltungsamts Andreas Kray. Sie werde auch von auswärtigen Schülern besucht, weil es solch ein Angebot in einigen Nachbarstädten nicht gebe.
Für die nächsten zwei bis drei Jahre werde es auch weiterhin eine BuS-Klasse an der Hauptschule in Rünthe geben, betonte Kray. Es bliebe also noch viel Zeit zu überlegen, welche Schule danach solch ein Angebot vorhalten wird, meinte Kray. „Die BuS-Klasse ist nicht an einem bestimmten Schultyp gebunden“, betonte der Leiter des Amts für Schule, Sport und Weiterbildung gegenüber der Redaktion.
Jugendhilfeausschussvorsitzender Thomas Semmelmann und sein Stellvertreter Thomas Heinzel meinten, dass das Auslaufen der Hellweg-Hauptschule unvermeidbar sei. Sie wollten aber das Thema „BuS-Klasse“ im Auge behalten.
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