Oberaden hat ein Ratsmandat weniger
11.09.2008 | 19:07 Uhr 2008-09-11T19:07:43+0200Oberaden. Bis auf den letzten Platz war der Saal des Jugend- und Vereinsheims mit den 94 stimmberechtigten Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Oberaden bei der Kandidatenaufstellung gefüllt. ...
... Für das große Interesse hatte vielleicht die vorher angekündigte Gegenkandidatur gegen einen Vorstandsvorschlag gesorgt. Es war die erste in den bisher vier Wahlversammlungen der Bergkamener Sozialdemokraten in sechs Tagen. Evelyn Rühl versuchte, ermuntert durch Mitglieder des Oberadener AWO-Ortsvereins, Heinz Mathwig den Wahlkreis "Im Sundern" streitig zu machen. Sie hielt sich mit 27 Stimmen zwar achtbar, wie Wahlleiter Horts Mecklenbrauck bemerkte, verlor aber mit 67 Stimmen für Mathwig sehr deutlich.
Die übrigen Kandidaten, Ortsvereinsvorsitzender Rüdiger Weiß, sein Stellvertreter Dieter Mittmann, Ortsvorsteher Martin Blom und Manuela Veit werden jetzt mit Stimmen weit jenseits der 90 Prozent-Marke dem Stadtverband zur Nominierung für den Stadtrat vorgeschlagen.
Oberaden gehört übrigens zu den "Verlierern" der negativen Bevölkerungsentwicklung in Bergkamen. Während der aufstrebende Stadtteil Overberge, wie am Mittwoch berichtet, ein Mandat "gewonnen" hat, musste der drittgrößte Stadtteil wegen seiner Einwohnerverluste ein Mandat abgeben und hat jetzt nur noch fünf. Dieser sechste Sitz im Stadtrat wird noch bis zum Ender der Legislaturperiode im Herbst 2009 durch Christel Löbbe besetzt. Sie hatte im Vorfeld auf eine weitere Kandidatur verzichtet.
Eine ganz andere Besonderheit der "Oberadener Wahlen" ist, dass mit Manuela Veit in den bisher vier "SPD-Vorwahlen" die erste Frau trotz der im Pateistatut verankerten "Quotierung" nominiert worden ist. Der Frauenanteil wird sich durch die Kanditatenaufstellung im Ortsverein Bergkamen-Mitte am Freitag kommender Woche vermutlich verbessern.
Zusätzlich könnten weitere Sozialdemokratinnen bei einem Wahlergebnis mindestens so gut wie 2004 in den Rat rücken.
Der Grund: Ute Scheunemann soll nach dem Vorschlag des Stadtverbandsvorstands auf den dritten Platz der Reserveliste platziert werden. Diese Liste würde dann ziehen, wenn die Zahl der direkt gewählten Stadtverordneten kleiner ist als die, die der SPD nach ihrem Gesamtstimmenanteil in Bergkamen zustehen würde. Dies könnte auch dann eintreten, wenn die SPD Direktmandate verlieren würde. Vor der Heiler Ortsvorsteherin befinden sich traditionsgemäß auf dem Listenvorschlag auf Platz 1 Bürgermeister Roland Schäfer und Fraktionschef Gerd Kampmayer. Sollte Schäfer die Bürgermeisterwahl gewinnen und Kampmeyer sein Rünther Ratsmandat verteidigen können, würde Ute Scheunemann wieder Ratsmitglied werden.
Apropos Quotierung: Während es in der Bergkamener SPD mit Kandidaturen von Frauen sehr schlecht aussieht, geht der SPD-Unterbezirk Unna in dieser Frage sehr rigoros vor. Von den vier Kreistagskandidaten aus Bergkamen müssen zwei weiblichen Geschlechts sein, verlangt er. Da der SPD-Ortsverein Rünthe Heike Brossat an Stelle von Detlef Schwerdt für den Kreistag nominiert hat, ist dadurch der Weg für Rüdiger Weiß frei geworden, der für dieses Mandat ebenfalls mit einem überwältigenden Stimmenergebnis am Mittwochabend nominiert wurde. Dies bedeutet auch, dass der SPD-Ortsverein Bergkamen-Mitte wieder eine Frau in den Kreistag schicken wird. In der zurückliegenden Legislaturperiode war dies Martina Eickhoff.
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