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Wahlsieg für Islamische...

Nur 15,8 % wählten den Integrationsrat

07.02.2010 | 18:24 Uhr
Nur 15,8 % wählten den Integrationsrat

Bergkamen. Die islamische Gemeinde ist die Gewinnerin der Wahlen zum Integrationsrat.

Mit 41,8% holte sie 276 Stimmen und lag damit einsam an der Spitze. Zwei Einzelkandidatinnen und fünf Gruppen haben sich in Bergkamen den insgesamt 4.248 Wahlberechtigten gestellt. Mit 15,8% lag die Wahlbeteiligung nur geringfügig höher als vor fünf Jahren (15,6%).

So eindeutig das Ergebnis auf den ersten Blick anmutet, so unterschiedlich fiel die Entscheidung der Wähler in den einzelnen der vier Wahlbezirke aus. Erreichte die Wahlsiegerin Islamische Gemeinde in der Hellwegschule in Rünthe 87,1% und in der Preinschule in Oberaden 83,2%, gaben im Rathaus die meisten Wähler der „Integration mit Einsicht“ (25,4%) und den Jugendlichen Demokraten (24,3%) ihre Stimmen.

Vu Thien Uyen Pham kam auf gerade einmal 2,7% aller Stimmen bei ihrer ersten Kandidatur. „Viel mehr habe ich auch gar nicht erwartet“, kommentiert sie alles andere als enttäuscht, nachdem ihr sämtliche Kandidaten anerkennend gratuliert hatten. „Die meisten Vietnamesen der insgesamt 44 Bergkamener Familien haben schon seit vielen Jahren den Deutschen Pass – da ist es schwierig, viele Stimmen zu bekommen“, erzählt sie.

Vollständig zufrieden war auch die „Integration mit Einsicht“ nicht mit dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis. „Wir haben uns eigentlich eine höhere Wahlbeteiligung erhofft“, kommentiert Isa Altin, der zum ersten Mal die Wahl mitgemacht hat. „Besonders auffällig waren die örtlichen Unterschiede – in Rünthe erhielten wir gar keine Stimmen, in Oberaden nur 3,6%, dort müssen wir also mehr tun“, resümierte er. Dabei hatte man auch in der Moschee viel Werbung für die Wahl gemacht, Prospekte verteilt und vor allem auf Mundpropaganda gesetzt.

Rundum zufrieden waren die Jugendlichen Demokraten. 13,9% erreichten die sieben jungen Männer bei ihrer ersten Kandidatur. In Bergkamen-Mitte waren sie sogar zweitstärkste Kraft. Damit wird Abdülkerim Dede mit seinen 22 Jahren nächstens die Integrationspolitik in Bergkamen mitbestimmen. „Das ist in schöner Erfolg“, kommentiert er und bleibt trotzdem kritisch: „In Oberaden haben wir nur gerade einmal zwei Stimmen bekommen – dort müssen wir mehr tun.“ Ihm ist es wichtig, „dass wir anderen jungen Leuten mit unserer Kandidatur zeigen, dass sich Jugendliche sehr wohl für Politik interessieren“, betont er. „Das ist auch bei vielen älteren Leuten im Wahlkampf auf positive Resonanz gestoßen.“

Der Wahlausschuss legt am Dienstag das endgültige Wahlergebnis fest. Das vorläufige lautet: Islamische Gemeinde 41,8% und fünf Sitze (276 Stimmten), Integration mit Einsicht 19,2% und zwei Sitze (127 Stimmen), Demokratische und soziale Migranten 14,7% und ein Sitz (97 Stimmen), Jugendliche Demokraten 13,9% und ein Sitz (92 Stimmen). Die Bergkamener demokratische Kandidaten erreichten 4,2% (28 Stimmen), Natalia Krieger bekam 3,3% (22 Stimmen) und Vu Thien Uyen Pham 2,7% (18 Stimmen). Die übrigen sechs der insgesamt neun Sitze für den Integrationsrat sind mit gewählten Vertretern des Rates, den Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien, bereits besetzt.

Katja Burgemeister

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