Neue Schranken auf Römerroute
21.02.2012 | 17:11 Uhr 2012-02-21T17:11:00+0100
Bergkamen. Eine Gleisraumfreimeldeanlage wacht ab sofort über den Bahnübergang auf der Römerroute. „Technisch ist alles umgestellt. Die Anlage funktioniert“, sagt Jürgen Kugelmann von der Deutschen Bahn
Eine Gleisraumfreimeldeanlage (es heißt wirklich so) wacht ab sofort über den Bahnübergang auf der Römerroute. „Technisch ist alles umgestellt. Die Anlage funktioniert“, sagt Jürgen Kugelmann, Pressesprecher der Deutschen Bahn. Dennoch ist der Bahnübergang auf diesem beliebten Spazier- und Radweg noch gesperrt. „Das hat einen ganz banalen Grund. Wir konnten wegen des Frosts die Straßenbelag noch nicht fertig stellen. Das geschieht voraussichtlich im März. Dann wird der Bahnübergang auch wieder freigegeben“, so Kugelmann.
Hintergrund für die Bauarbeiten und die technische Neuerung ist auch bei der Bahn die Umstellung vom analogen auf das digitale Zeitalter.
Bis vor kurzem noch standen die Spaziergänger, die am Bayer-Werk Richtung Kanal (oder natürlich in Gegenrichtung) liefen, immer vor einer verschlossenen Schranke, hinter der die Gleise für die Güterzüge der Hamm-Osterfelder-Bahn lagen. Doch ein kleiner gelber Kasten half weiter: Mit Hilfe eines Hebels und einer Sprechanlage wurde die Schranke auf Wunsch geöffnet - und dann wieder geschlossen, bis die nächsten Spaziergänger kamen.
„Dieses System funktioniert nicht mehr“, sagt Jürgen Kugelmann. Für das neue elektronische Stellwerk müssten alle Bahnübergänge an der Hamm-Osterfeld-Strecke mit neuer Technik - also mit der besagten Gleisraumfreimeldeanlage - ausgestattet werden. Das sei nun im Streckenabschnitt zwischen Datteln, Lünen -Süd und Bergkamen geschehen.
Aber was verbirgt sich hinter dem Wortungetüm einer Gleisraumfreimeldeanlage?
Kugelmanns Erläuterung: Künftig werden sich die Schranken auf der Römerroute - wie es bei den meisten Bahnübergängen ohnehin üblich ist - nur schließen, kurz bevor ein Zug heranbraust. Damit jedoch gewährleistet ist, dass der Bahnübergang zu diesem Zeitpunkt wirklich frei ist und sich dort kein Mensch oder Tier mehr befindet, wird der Übergang mit einer Art Radaranlage abgetastet - der Gleisraumfreimeldeanlage.
Danach folgen mehrere technische Abläufe. Sobald der Bahnübergang als unbedenklich gemeldet wird, kann die Schranke geschlossen werden. Und erst dann gebe es auch die Freigabe für den Zugführer, sagt Kugelmann.
Die Bergkamener Hundebesitzer und Radler haben sich übrigens längst selbst beholfen, nachdem ihr kleiner gelber Kasten mit der Gegensprechanlage abgebaut worden war: Ganz in der Nähe des derzeit gesperrten Bahnübergangs ist mittlerweile ein Trampelpfad auszumachen. „Ich weiß, dass man nicht über die Gleise gehen soll. Aber irgendwie muss man ja weiterkommen“, sagt ein Bergkamener, der gerade mit seinem Hund unterwegs ist.
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