Mit Sonnenenergie quer durch Australien
19.05.2009 | 17:56 Uhr 2009-05-19T17:56:00+0200
Als Kind ist er gescheitert. Der aus Lego-Steinen gebastelte Magnet-Motor lief nur zwei Sekunden, dann flog er auseinander. Einige Jahrzehnte später hat Geron Löbbe seinen Traum wahr gemacht.
Der von ihm gebaute Motor ist längst nicht mehr aus Lego, sondern treibt das „schönste Solarauto der Welt an”. Und nicht nur das.
Die Idee hat den Bergkamener jedenfalls nie losgelassen. Einen Motor zu bauen, der ganz ohne Öl und Benzin auskommt, sondern von Solarenergie gespeist ganz auf dem Prinzip des Magnetismus beruht.
Der Oberadener tüftelte weiter, bis es klappte. Zunächst als Modellbau. Das Ergebnis sprach sich herum. „Ich zeigte den Motor einem Freund, der wiederum einem Professor an der Hochschule Bochum davon erzählte.”
Später stand Prof. Pautzke vor der Tür
Wenig später stand Prof. Dr. Friedbert Pautzke bei Geron Löbbe vor der Tür und musste ihn nicht lange überzeugen, an einem speziellen Projekt für Solar-Autos teilzunehmen.
Inzwischen ist sein Motor aus zwei Magnetringen, einer Spule und einem Haufen Kabeln schon seit 2006 im Inneren des Vorderrades von „SolarWorld No.1” verborgen. So heißt das Solarauto, das gut 50 Studenten der Bochumer Hochschule im Rahmen eines Wahlpflicht-Projektes penibel ausgetüftelt haben. 7000 Kilometer hat das preisgekrönte Gefährt, das ein wenig einem überdimensionierten Einzeller gleicht, schon auf dem Tacho. 120 km/h schafft das dreirädrige Gefährt in der Spitze, das einzig mit bewährten Solarzellen aus der Raumfahrt auskommt. Von Stoßstangen und Airbags ist allerdings keine Spur. Kein Wunder: Das gut 500 000 Euro teure Prachtstück ist für die Wissenschaft und nicht für den Alltag gedacht.
Das Besondere an dem 150 Kilo leichten und 4999 cm langen gelben Wunderwerk: „Die Bremsenergie geht in einen Akku, der Motor dient dafür als Generator”, erläutert Geron Löbbe stolz. Außerdem speisen das Auto zwei 30 kg-Batterien – für den Fall, dass die Sonne einmal nächtens verschwindet.
Mit dem gleichen Motor hat der Oberadener Tüftler auch das Nachfolgermodell „BoCruiser” ausgestattet, das schon eher einem alltagstauglichen Auto ähnelt.
Im Oktober zum „World Solar Challenge”
Beide Vehikel machen noch einen weiteren Traum von Geron Löbbe war: „Ich werde dieses Jahr endlich mit nach Australien fahren”, freut er sich.
Dort gehen im Oktober beide Solar-Autos bei der World Solar Challenge an den Start - der inoffiziellen Weltmeisterschaft für Solarautos. 3000 Kilometer sind von Norden nach Süden durch den ganzen Kontinent zu bewältigen. Vier Studenten steuern die Autos durch die Herausforderungen der Natur. Geron Löbbe wird dabei sein, um die Motoren zu betreuen. „Das wollte ich schon immer, jetzt hat es endlich geklappt.”
Aber der Bastler, der am liebsten barfuß läuft, hat noch mehr Träume, an deren Realisierung er voller Inbrunst arbeitet. „Ich möchte unbedingt eine Weltumrundung ausschließlich mit alternativer Energie schaffen”, erzählt er. Ihm schwebt dabei vor, dass ein Solarauto die Mission in Angriff nimmt und auch die Begleitfahrzeuge ausschließlich mit Windkraft oder anderen umweltfreundlichen Energieformen hinterher brausen oder als Zeppeline fliegen.
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