Millionenpoker ums Bergkamener Trinkwasser
20.06.2007 | 08:46 Uhr 2007-06-20T08:46:00+0200Bergkamen. (bc) Woher kommt das Bergkamener Trinkwaser? Na, aus dem Hahn, werden Sie nun antworten. Richtig. Und es ist die Gelsenwasser AG, die dafür sorgt, dass immer erstklassige Ware aus dem Kran läuft. Zumindest bis Ende 2008. Dann läuft der Vertrag
Ob die Stadt Bergkamen diesen Vertrag verlängert, steht derzeit in den Sternen. Im Rathaus und in der Politik wird derzeit mit der Idee ge- liebäugelt, die Wasserversorgung künftig in die Hände der Gemeinschaftsstadtwerke GSW zu legen. Ein Grund: Schon einmal hat eine Änderung der Versorgung - nämlich bei der Müllabfuhr - eine deutliche Gebührensenkung für die Bürger gebracht.
"Damit es klar ist: Wir wechseln den Vertragspartner nur, wenn für die Bürger eine Verbesserung absehbar ist", betont Gerd Kampmeyer, Chef der SPD-Mehrheitsfraktion. Er und seine Genossen haben sich beide Seiten darstellen lassen - die von den Stadtwerken und die von Gelsenwasser. In beiden Fällen reisten die Chefs persönlich an: Hermann-Josef Görres (GSW) und Vorstandsvorsitzender Dr. Scholle (Gelsenwasser). Das Gesprochene bleibt streng vertraulich. Kein Geheimnis ist jedoch, dass ein Gutachter derzeit die Zeit- und Sachwerte des Wassernetzes ermittelt. Zitat Kampmeyer: "Da geht es um ein paar Milliönchen."
"Es gibt Gespräche zwischen uns und der Gelsenwasser AG", bestätigt Görres, gibt aber während der laufenden Verhandlungen keine Einzelheiten preis.
Kampmeyer geht davon aus, dass noch in diesem Jahr die Entscheidung über den künftigen Wasserversorger im Rat fallen wird. Und er ergänzt: "Beim Wasser ist es nicht so einfach wie beim Müll. Es geht um ein sensibles Lebensmittel. Da ist technisches Know-how nötig." Da ist Görres selbstbewusst: "Wir haben zuerst das Stromnetz übernommen. Dann Gas. Dann Fernwärme. Und wir haben immer bewiesen, dass wir es können."
Sollten sich die GSW ab 2009 auf neues Terrain wagen, dann allerdings nicht in Bergkamen alleine. "Wenn, dann reden wir von Bergkamen + Kamen + Bönen", betont Görres. Wie passend, denn auch in den Nachbarstädten laufen die Verträge mit Gelsenwasser in absehbarer Zeit aus.
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