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Kunst aus Schachtelhalmen und Sumpfzypressen

12.02.2010 | 18:20 Uhr

Bergkamen. Kultur, das können auch Schilfpflanzen oder Sumpfzypressen sein. Möglich macht's das Kulturhauptstadtjahr 2010.

Am 13. Juni werden zwei neue, sehr naturverbundene Kunstwerke in Bergkamen der Öffentlichkeit präsentiert: Die „Landschaft im Fluss” von Thomas Stricker (Düsseldorf) im Sesekeknie. Und „The Line of Beauty – das fünfte Klärwerk” von Susanne Lorenz (Hannover), ebenfalls an der Seseke, am Standort Adener Mühle.

Die beiden Arbeiten sind zwei von insgesamt zwölf Kunstwerken, die der Lippeverband im Kulturhauptstadtjahr entlang der Seseke und ihren Nebenläufen installieren wird. Die Kosten von ingesamt 400.000 Euro teilen sich der Lippeverband, das Land NRW und die sechs beteiligten Städte.

In Bergkamen allerdings gibt es eine Besonderheit: Die beiden geplanten Kunstwerke greifen direkt in das Gewässer ein. Und das geht nicht so einfach ohne Genehmigung. Denn für die derzeit stattfindende ökologische Umgestaltung der Seseke gibt es einen gültigen Planfeststellungsbeschluss. Da in diesem Beschluss die ökologische Kunst noch nicht enthalten ist, muss er geändert werden. „Eine Formsache”, hofft Michael Steinbach, Pressesprecher des Lippeverbandes. „Natürlich haben Fachleute kontrolliert, dass die geplanten Objekte (der Lippeverband spricht von „Transformation von Natur und Landschaft”) die Seseke nicht beeinträchtigen und auch keine ökologischen Auswirkungen haben”, versichert Steinbach. Dennoch: Das Verwaltungsverfahrensgesetz und das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung fordern ihr Recht. Deshalb liegen die Unterlagen, aus denen sich Art und Umfang der Maßnahmen ergibt, vom 22. Februar bis zum 22. März im Bergkamener Rathaus aus. Interessierte können sie einsehen – und natürlich Bedenken äußern.

Sofern keine Bedenken vorgertagen werden, können Thomas Stricker und Susanne Lorenz loslegen. Stricker etwa wird mit Schachtelhalmen und Sumpfzypressen eine Art Insel (kleines Foto) im Flusslauf errichten, die Anlandungen aus dem Wasser fördert. So wird beispielsweise der Sand aus dem Wasser gefiltert. Susanne Lorenz dagegen will mithilfe von Schilfpflanzen den historischen, kurvigen Verlauf der Seseke nachzeichnen. Ein Radweg soll parallel zur „Line of Beauty” deren kurvige Kontur nachzeichnen.

Claudia Behlau

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