Kritik an Mastbetrieben und am Verbraucher
07.03.2011 | 18:08 Uhr 2011-03-07T18:08:00+0100Bergkamen.Ein immer wieder gern gesehener Gast bei der KAB St. Elisabeth Bergkamen ist Friedrich Ostendorff, Bergkamener Bundestagsabgeordneter der Grünen. Trotz seines prallen Terminkalenders ließ er es sich nicht nehmen, wieder einmal bei seinen Bergkamener „Fans“ von der KAB im Elisabeth Haus vorbeizuschauen.
Natürlich gab es die ein oder andere Neuigkeit aus dem Berliner Parlament,etwa zum Thema zu Guttenberg zu berichten. Aber in erster Linie interessierten sich die KAB’ler für Ostendorffs ureigenstes Thema: die Landwirtschaft und Ernährung.
Waren es früher die Einkaufsmärkte, die auf der grünen Wiese die Natur verschandelten, sind es die heute fast schon industriell anmutenden Schweine- und Putenmastbetriebe, mahnte Ostendorff. Durch die begrenzte Quote in der landwirtschaftlichen Fläche, rauben die Großen den dort ansässigen kleineren Bauern so zudem vollends die Existenz, von der Geruchsbelästigung und der Gülleproblematik ganz zu schweigen. Würden die Verbraucher mitbekommen, dass dort dann die Mastputen unter ihrem eigenen Mastgewicht kaum laufen
Der Appetit auf Pute würde vergehen
können, würde wahrscheinlich so manch einem der Appetit auf das ach so gesunde Putenbrustfilet vergehen. Andererseits jedoch, gerade die Verbraucher verlangten ja immer billigere Lebensmittel, „Egal, um welchen Preis“, so Ostendorff.
Aber auch den Öko-Sprit-Wahn prangerte Ostendorff an: immer größer werdende Flächen werden für die Öko-Sprit-Erzeugung verwendet. Von gesunder Fruchtfolge sei längst keine Rede mehr.
Ökobewussten Verbrauchern empfahl Ostendorff, vermehrt zu „fairen“ Produkten wie eben die „Faire Milch“ zu greifen oder vor Ort bei dem Bauern zu kaufen, den man persönlich kennt. Allerdings hätten inzwischen auch große Verbrauchermärkte die Zeichen der Zeit erkannt und böten ökologisch einwandfreie Produkte an.
Trotz dieser Fortschritte gebe es für ihn als sachverständigen Parlamentarier, Sprecher der Grünen-Fraktion und Leiter einer Arbeitsgruppe im Bundestag immer noch viel zu tun, sagte Ostendorff. Es gebe doch immer noch genug landwirtschaftliche Unternehmer, die jedes Schlupfloch suchen und finden, um ihren Profit auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung zu machen.
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