Kleinschwimmhalle ist für 3 Euro zu haben
19.05.2011 | 16:32 Uhr 2011-05-19T16:32:00+0200
Bergkamen. Wer schon immer eine Kleinschwimmhalle sein eigen nennen wollte, wird vielleicht am 5. Dezember im Kamener Amtsgericht fündig: Dort kommt die Oberadener Kleinschwimmhalle unter den sprichwörtlichen Hammer.
Wer schon immer eine Kleinschwimmhalle sein eigen nennen wollte, wird vielleicht am 5. Dezember im Kamener Amtsgericht fündig: Dort kommt die Oberadener Kleinschwimmhalle unter den sprichwörtlichen Hammer.
Dazu gehören auch die Räume im Anbau, die einst das Fitnessstudio „Aktifit“ beherbergt hatte sowie die Grundstücksparzellen mit einer Größe von insgesamt 2303 Quadratmetern. Für dieses alles erwartet das Amtsgericht laut Wertgutachten nicht mehr als drei Euro. Dies dürfte kaum ausreichen, die Forderungen an den Eigentümer per Zwangsvollstreckung auch nur annähernd zu befriedigen.
Über die Gründe, warum das Objekt für „einen Appel und ein Ei“ zu haben ist, lässt das Amtsgericht Kamen keine Zweifel aufkommen.Die Gutachter attestieren dem ehemaligen Aktifit einen “Reparaturstau“ und „diverse Sachmängel. Die Sanierungskosten seien so hoch, dass es nicht mehr wirtschaftlich auf Vordermann gebracht werden kann.
Im Klartext heißt dies, dass die Gutachter meinen, dass das Gebäude nur noch abgerissen werden kann, um anschließend etwas Neues dort aufzubauen.. Das wäre dann das endgültige Ende der ehemaligen Oberadener Kleinschwimmhalle, deren Niedergang vor rund 15 Jahren mit dem ersten Haushaltssicherungskonzept der Stadt Bergkamen. Damals wurde die durchaus beliebte Kleinschwimmhalle zu einem symbolischen Preis von einer Mark an Stephan Starzetz verkauft. Der verwandelte das Gebäude in ein gut nachgefragtes Fitnesszentrum. Bestandteil seiner persönlichen Wirtschaftlichkeitsberechnung war allerdings, dass die Stadt die Schwimmhalle für Unterrichtszwecke nutzt.
Im Frühjahr des vergangenen Jahres erhielt Starzetz Post aus dem Rathaus. Künftige werde die Kleinschwimmhalle nicht mehr für den Schwimmunterricht genutzt, hieß es in dem Schreiben. Dass sollte nur noch zentral im Hallenbad Bergkamen-Mitte stattfinden. Kämmerer Horst Mecklenbrauck hoffte so, im Bereich Schulschwimmen künftig insgesamt 168 000 Euro sparen zu können
Konsequenz für Stephan Starzetz war, das Aktifit zu schließen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen. Dass er so auf eine Insolvenz zusteuert, war ihm damals völlig klar.
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