Jugendamt hält am Familienzentrum Büscherstiftung fest
14.02.2012 | 16:56 Uhr 2012-02-14T16:56:00+0100
Bergkamen. Eine weiteres Familienzentrum soll Bergkamen im Sommer erhalten durch die Zertifizierung der ev. Tageseinrichtung Büscherstiftung. Die Begleitumstände erzeugen allerdings im Jugendamt ein gewisses Stirnrunzeln.
150 neue Familienzentren sollen nach den Plänen des Düsseldorfer Familienministeriums mit Beginn des neuen Kindergartenjahrs im Land an den Start gehen. Dass sich eins davon in Bergkamen befinden soll, ist keine allzu große Überraschung. Die Begleitumstände erzeugen allerdings im Jugendamt ein gewisses Stirnrunzeln.
Es geht um die ev. Kindertageseinrichtung Büscherstiftung. Hier liegt laut Jugendamtsleiter Benno Kriegs eine Bewerbung vor. Das ist schon längst mit der Stadt und den übrigen Trägern der Bergkamener Kindergärten so abgesprochen worden.
Was das Jugendamt irritiert, ist die offensichtliche Änderung der Kriterien für die Umwandlung einer „normalen“ Kindertagesstätte in ein Familienzentrum. „Bisher gab es vom Land die Vorgabe, auf die Fläche zu achten“, so Benno Kriegs. Konkret heißt das, dass die Familienzentren möglichst gleichmäßig im Stadtgebiet verteilt werden. „Danach haben sich die bisherigen Planungen ausgerichtet“, betonte der Jugendamtsleiter.
Am Dienstag stellte nun Familienministerin Ute Schäfer eine Liste mit 150 neuen Familienzentren vor, darunter auch eins in Bergkamen, die ab dem nächsten Kindergartenjahr in „sozial benachteiligten Stadtteilen“ vom Land gefördert werden. Das Problem, vor dem das Jugendamt steht, ist, dass das weder auf die Kita Büscherstiftung noch das in der Liste der insgesamt neun in Bergkamen einzurichtenden Familienzentren, die städt. Kita „Tausendfüßler“ in Oberaden, so recht passen mag.
„Wir werden jetzt den Erlass abwarten und ihn genau prüfen“, erklärte Kriegs. Der liegt mit den geänderten Kriterien nämlich dem Bergkamener Jugendamt noch gar nicht vor. Benno Kriegs hofft, dass es sich hierbei nicht um ein Ausschließungskriterium durch das Familienministerium handelt. Er will aber auch nachprüfen, ob dieses soziale Kriterium durch die Kita Büscherstiftung erfüllt wird. Dass sie im Sommer Familienzentrum werden soll, ist weiterhin fester Wille des Jugendamts. Notfalls könne die Einrichtung auf die 1000 Euro verzichten, die Familienzentren in sozial benachteiligten Stadtteilen zusätzlich erhalten.
In Bergkamen gibt es bereits drei Familienzentren, die wegen ihrer Aufgaben in sozial benachteiligten Stadtteilen eine Zusatzförderung erhalten. Es sind die AWO-Familienzentren „Springmäuse“ am Südhang und die „Villa Kunterbunt“ an der August-Bebel-Straße sowie das ev. Familienzentrum Bodelschwinghhaus an der Ebertstraße.
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