Hoffnungen auf schlaglochfreie Landwehrstraße
19.02.2010 | 17:30 Uhr 2010-02-19T17:30:00+0100
Bergkamen. „Ich wünsche mir, es käme ein Konjunkturprogramm III”, stöhnte Bergkamens Technischer Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters auf, als er mit Fragen zu den Schäden konfrontiert wurde, die der Winter auf den Straßen hinterlassen hat.
Bisher gibt es nur eine Grobeinschätzung zum Umfang. „Für eine detaillierte Bestandsaufnahme ist es noch zu früh”, erklärte Peters. Zunächst müsse der Frost vollständig aus dem Boden gewichen sein. Außerdem geht er zurzeit nur von einer „Zwischentauphase” aus.
Sein erster Eindruck lautet, dass der Winter auf Bergkamener Stadtgebiet vor allem die Landesstraßen betroffen hat. Dies aber weniger durch Schnee, Eis und Kälte, sondern weil sie in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden seien. Hier täte ein weiteres Konjunkturprogramm gut. Ausdrücklich begrüßte er die Ankündigung von Landesverkehrsminister Lutz Lienenkemper, Haushaltmittel zugunsten von Straßensanierungsmaßnahmen umzuschichten. „Deshalb habe ich die Hoffnung, dass noch in diesem Jahr die Landwehrstraße auch von der Bambergstraße bis zum Baumarkt saniert werden kann.”
Hilfreich sei aber auch eine Änderung der Finanzierungssystematik beim Landesbetrieb Straßen.NRW. Dort stehen seiner Beobachtung nach mehr Mittel für die Wiederherstellung von Bundesstraßen zur Verfügung als für Landstraßen. Dies habe im vergangenen Jahr zur absurden Situation geführt, dass die Bundesstraße B 233 auf etwa zwei Kilometer Länge eine neue Straßendecke erhalten habe, obwohl ihr Zustand längst noch nicht so katastrophal gewesen sei wie die Landstraße L 664, die quer durch das Bergkamener Stadtgebiet führt.
Die Höhe der Frostschäden auf Gemeindestraßen in Bergkamen lässt sich wegen der noch fehlenden Bestandsaufnahme nicht beziffern. Sicher ist aber nach einer Ankündigung von Kämmerer Horst Mecklenbrauck, dass es für die Schadensbehebung keine zusätzlichen Mittel geben wird. Für kleinere Arbeiten werden dafür im Haushaltsplanentwurf 650 000 Euro zur Verfügung gestellt, für Komplettsanierungen von Straßen hat Mecklenbrauck in die Finanzplanung bis 2014 den Betrag von 2,7 Mio. Euro eingetragen.
Beide Summen seien nicht ausweitbar, betonte der Kämmerer. Mit diesen Beträgen müsse das Baudezernat zurechtkommen. Das bedeutet aber auch, dass Schlaglöcher nicht zu weiteren Kürzungen oder Anhebungen von Gebühren und Entgelten an anderen Stellen führen wird.
Als einen Grund dafür, dass die städtischen Straßen den Winter im besser überstanden haben, nannte der Kämmerer die vielen Straßenbaumaßnahmen im Anschluss an Kanalsanierungen. Dort sei ein moderner Straßenbelag eingebaut worden, versicherte er - natürlich mit Frostschutz.
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