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Auf der Alm-Kegelbahn...

Hier schiebt keiner eine ruhige Kugel

08.07.2009 | 19:10 Uhr

Bergkamen. Manchmal zieht es die Kugel nach links in die Vollen. Manchmal geht es stramm nach rechts. So genau kann man das auf der Kegelbahn auf der Bayernalm nicht vorhersehen.

 „Das hängt immer vom Wetter ab”, erläutert Gerhard Löffler, der Vorsitzende des Bayernvereins.

Denn die Kegelbahn an der Bergstraße wurde vor gut 75 Jahren auf dem puren Lehmboden gebaut. „Am Anfang waren nur der Abwurf und die Kegel überdacht”, weiß der Vereinsvorsitzende. „Dazwischen lag die Bahn unter freiem Himmel, und sie musste regelmäßig vom Laub frei gefegt werden”, erzählt er. Doch nicht nur das macht die Kegelbahn so einzigartig. Wer hier kegelt, braucht noch leibhaftige „Kegeljungen”.

„Das sind meist junge Burschen, die sich hier ein wenig Geld dazu verdienen”, berichtet Gerhard Löffler. Sein eigener Sohn stand regelmäßig dort parat, wo die Kugel tunlichst in den Vollen landen sollte. Dort war er dafür zuständig, die Holzkegel wieder an ihren angestammten Platz zu stellen. Außerdem muss jede einzelne Kugel auf ein abschüssiges Holzgestell gelegt werden, damit sie wieder zu den Sportlern am Abwurf kullern kann. Die bayerische Kegelbahn wird eben ganz und gar manuell betrieben – als einzige weit und breit.

Einen eigenen Sicherheitsbereich haben die Kegelfreunde für den Kegeljungen gebaut – mit hölzerner Sicherheitssperre. Teppich federn die Kugel und die Kegel ab, wenn sie einmal allzu wuchtig erwischt werden.

An jedem Sonntag finden sich hier nicht nur Vereinsfreunde ein, die den robusten Charme der ungewöhnlichen Kegelbahn mit ihren gelegentlichen Huckeln und Buckeln zu schätzen wissen.

Mehr noch: „Das einstige Palmkegeln, das inzwischen zum Osterkegeln geworden ist, hat längst Tradition”, weiß Gerhard Löffler. Alljährlich wird die antike Kegelbahn eigens dafür liebevoll restauriert.

Nur an einem Sonntag im Jahr verschwindet die Kegelbahn ganz und gar. Holzabdeckungen schützen dann die Laufspur für die Kugel. Die Kegel verschwinden hinter alpenländischer Kulisse. Denn beim Harmonikatreffen an Ostern steht alles ganz und gar im Zeichen der Alpenmusik. Auch die Kegelbahn.

Katja Burgemeister

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